Was sind deine Ziele für nächstes Jahr? // Finanzplan 2024

Lesezeit: 7 Minuten

Nach dem Jahresrückblick ist vor dem Jahresausblick: Allerdings ändert sich an meinen Zielen auch dieses Jahr nichts.

Meinen finanziellen Ziele 2024

Sparrate & Sparquote

Meine monatliche Sparrate bleibt konstant zum Vorjahr und auch meine angestrebte Sparquote soll wieder über 45% liegen. In der Regel komme ich zum Jahresende bei einer Sparquote von um die 50% heraus. Zählte man noch betriebliche Altersvorsorge und Vermögenswirksame Leistungen hinzu (bei denen mein Arbeitgeber die Hälfte bzw. alles an Sparleistung beisteuert), bin ich 2023 auf eine Sparquote von ca. 55% meines Nettogehalts gekommen. So kann es gerne bleiben.

Leider habe ich es bisher noch nicht geschafft, eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, sodass meine Annahme ist, dass mein Nettoeinkommen 2024 im Vergleich zu 2023 relativ konstant bleibt. Durch Schwankungen im variablen Anteil meines Gehalts, der immerhin etwas über 40% meines Nettoeinkommens ausmacht, ist eine genaue Vorhersage nie möglich. In Summe habe ich mir vorgenommen, 2024 1.000€ mehr zu sparen als 2023.

Sparpläne

Meine monatlichen Sparpläne laufen wie ein Uhrwerk und erfüllen so automatisch 46% meines gesetzten Sparziels. Diese Sparpläne musste ich im Laufe des vergangenen Jahres schon einmal geringfügig anpassen, da einer der besparten ETFs geschlossen wurde. Das bis dahin angesparte Geld habe ich ausbezahlt bekommen und die Sparrate für diesen ETF auf andere verteilt. Da ging es aber nur um monatlich 10€, sodass sich keine großen Änderungen ergeben haben.

Anlässlich meiner großen Einmalinvestition im November (Bonuszahlung) habe ich mir noch einmal die regionale Verteilung meines Depots genauer angeschaut. Zur Erinnerung: Im Juni 2021 hatte ich zuletzt auf die regionale Verteilung der verschiedenen Länder/Regionen in meinem Depot geschaut. Da ich mich grob am entsprechenden Anteil dieser Länder am Welt-BIP orientiere, hatte ich meine Sparpläne entsprechend eingerichtet und seitdem so laufen lassen. So sah die regionale Aufteilung damals aus:

Da ich mit meinen hohen Einmalinvestments in meinem Depot recht einfach „Korrekturen“ vornehmen kann, also ein Rebalancing hin zu meiner gewünschten regionalen Aufteilung, habe ich mir im November 2023 zwei Dinge angeschaut:

  1. Aktualisierte Zahlen zum Anteil einzelner Länder & Regionen am Welt-BIP (damals nutze ich BIP-Zahlen aus dem Jahr 2014)
  2. Aktualisierte regionale Anteile in meinem Depot (um zu prüfen, wie die Sparpläne und die allgemeine Marktentwicklung die regionale Aufteilung beeinflusst haben)

Anteil einzelner Länder und Regionen am Welt-BIP

Im Vergleich zur letzten Analyse, die ein etwas anderes Datenset verwendet hatte (ich habe nur die 20 größten Industrienationen betrachtet, wohingegen ich jetzt alle Länder in den Daten habe), hat sich gar nicht so viel verschoben. Asien-Pazifik ist in diesen 8 Jahren etwas stärker geworden (vor allen Dingen auf Grund des Wachstums der chinesischen Wirtschaftskraft) mit insgesamt ca. 40% Anteil am Welt-BIP, wohingegen die Region Nordamerika nicht mehr genauso stark ist wie noch 2014 (von einem Drittel, damals genauso viel wie die APAC-Region, auf jetzt knapp unter 30% und damit deutlich weniger als APAC).

Anteil einzelner Länder und Regionen in meinem Depot

Da die Veränderungen der „Benchmark“ Welt-BIP gar nicht so groß waren, wie erwartet, war ich umso gespannter, wie sich die seit Mitte 2021 laufenden Sparpläne und die Entwicklung der einzelnen Börsenindices gegeneinander auf die regionale Verteilung in meinem Depot ausgewirkt hatten. Denn die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes spiegelt sich nie 1:1 in der Entwicklung des dazugehörigen Börsenindex wider.

Allein am Beispiel Deutschland ist das sehr gut zu sehen: Wie sich der DAX in einem Jahr schlägt, also die – inzwischen – 40 größten börsennotierten deutschen Unternehmen, bildet nur sehr schlecht ab, wie es dem in Deutschland starken (meist nicht börsennotierten) Mittelstand geht.

In den USA ist der Anteil der Wirtschaftskraft des Landes, der durch börsennotierte Unternehmen repräsentiert ist, deutlich höher als in Deutschland. Manche Länder haben wie Deutschland auch nur einen eher kleinen Anteil von börsennotierten Unternehmen an der gesamten Wirtschaftskraft, die das BIP misst. China ist da auch ein typischer Kandidat, da man als Ausländer in viele chinesischen Unternehmen als Privatanleger gar nicht direkt investieren kann.

Wie sieht es nun in meinem Depot aus?

Deutschland & Europa

Zunächst die für mich wichtigste Frage: Konnte ich meinen Home Bias planmäßig weiter reduzieren? Das starke Deutschland-Übergewicht in meinem Depot zu verringern war & ist eins der wichtigsten Ziele der regionalen Diversifikation für mich. Tatsächlich konnte ich hier weitere Fortschritte machen. Während der Deutschland-Anteil Mitte 2021 noch 40% vom Europa-Anteil betrug, liege ich jetzt nur noch bei etwas über 31% (ggü. der wirtschaftlichen Benchmark von 17% des Europa-BIP). Es geht also voran! Meine Sparpläne setzen weiterhin auf einzelne europäische Märkte ohne Deutschland, um den Home Bias kontinuierlich zu reduzieren.

Asien-Pazifik & Nordamerika

Die Entwicklung in Asien und Amerika ist in meinem Depot genau entgegengesetzt zur Entwicklung der Wirtschaftskraft dieser beiden Regionen im Welt-BIP. Die Wirtschaftskraft von Asien ist gestiegen, während sich in meinem Depot der Anteil von Nordamerika erhöht hat.

Die amerikanischen Börsen waren gerade 2023 sehr stark, dafür 2022 aber eher schwach und stehen aktuell mehr oder weniger wieder da, wo sie zum letzten Analysezeitpunkt Mitte 2021 standen. Bei den asiatischen Börsen sieht das Bild diverser aus: Während der indische und japanische Aktienindex seit 2021 eigentlich konstant nach oben klettern, sind Indices auf chinesische Aktien (CSI, HSI, SSE) konstant gesunken in den letzten 2,5 Jahren. Da ich jedoch stärker in China investiert bin & war als z.B. in Indien oder Japan, hat APAC als Gesamtregion in Summe in meinem Depot in den letzten 2,5 Jahren nicht so gut performt.

Offene Frage: Wie viel möchte ich in China investiert sein?

Die chinesische Wirtschaftskraft ist durch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie in den letzten beiden Jahren mehr oder weniger auf der Stelle getreten, trotzdem natürlich seit 2014 stark gewachsen. Ich müsste hier also noch viel stärker investieren, um die Relevanz Chinas für das BIP der APAC-Region abzubilden. China macht aktuell 18% des Welt-BIPs und 45% des APAC-BIPs aus.

Allerdings ist – wie oben schon kurz erwähnt – das Investitionsuniversum Chinas gar nicht besonders groß. Ein Großteil der chinesischen Wirtschaft ist über die für Ausländer in Hongkong bzw. Shanghai investierbaren Aktien gar nicht erreichbar. Dementsprechend bin ich hier eher etwas zurückhaltend und investiere lieber in breitere Marktindices, die z.B. alle Schwellen- und Entwicklungsländer der Region APAC abbilden. Hier sind chinesische Aktien sowieso jeweils mit einem großen Anteil vertreten, ich nehme aber auch andere Länder der Region mit statt mit ausschließlich auf China zu konzentrieren. Viele der ostasiatischen Länder sind wirtschaftlich stark mit China verbunden, sodass in Summe China weiterhin eine große Rolle für den APAC-Teil meines Depots spielen wird, auch wenn ich rechnerisch China etwas untergewichte im Vergleich zum China-Anteil am Welt-BIP.

Japan

Den Anteil Japans innerhalb Asiens in meinem Depot konnte ich wie im Juni 2021 geplant ausbauen. Theoretisch tragen Japan und Deutschland aktuell ungefähr gleich viel zum Welt-BIP bei. Im Vergleich zu den 2014er-Zahlen ist der Japan-Anteil am APAC-BIP aber durch das viel stärkere Wachstum der anderen asiatisch-pazifischen Länder stark zurück gegangen. Ich bin also durch die veränderte Benchmark inzwischen innerhalb APAC in Japan übergewichtet, fühle mich damit aber – gerade mit dem Blick auf die eben dargestellten Überlegungen zu China – wohl. Möchte man in APAC investieren, sind die meisten verfügbaren Indices sowieso „ex Japan“, was ich ehrlicherweise am Anfang nicht bemerkt hatte und so viel zu wenig in Japan investiert war. Diesen Anfängerfehler habe ich jetzt ausmerzen können.

Neue Sparpläne

Auf Basis der aktualisierten Regionsanalyse habe ich mein November-Einmalinvestment erst einmal in APAC investiert, was in den obigen Zahlen bereits reflektiert ist. Zudem habe ich meine Sparpläne angepasst und investiere seit Dezember 2023 in folgende regionale Index-ETFs:

  • Asien: (67%): MSCI Emerging Markets Asia (China, Indien, Taiwan, Südkorea, Indonesien, Thailand, Malaysia) & MSCI Pacific ex Japan (Australien, Singapur, Hongkong, Neuseeland)
  • Europa (30%): MSCI Nordics, MSCI Frankreich, MSCI Schweiz, FTSE 100 UK
  • Nordamerika (2%): MSCI Mexiko

Meine größeren Einmalkäufe plane ich 2024 in den MSCI All Country World zu investieren, in dem die USA derzeit einen Anteil von 60% ausmachen. Auf diesem Weg kommt also für meinen Geschmack ausreichend viel USA in mein Depot. Vielleicht investiere ich auch noch einen Teil des Gelds in einzelne Länder Asiens, z.B. Indien.

Weiteres Ziele: Duplikate aufräumen durch Depotübertrag?

Auf Grund der Tatsache, dass ich zwei Depots habe und sowohl über Einmalkäufe als auch über monatliche Sparpläne investiere, haben sich inzwischen vier Duplikate ins Depot geschlichen. Drei davon könnte ich bereinigen, indem ich sie vom Einmalkauf-Depot bei Onvista ins Sparplan-Depot bei der ING umziehe. Da ich diese auch weiterhin besparen möchte ergibt ein Umzug in die andere Richtung somit keinen Sinn. Bei einer MSCI Japan Position wäre ein Umzug in beide Richtungen möglich, da ich diesen aktuell nicht per Sparplan bespare. Ich weiß, dass alle möglichen Finanzblogger ständig irgendwelche Wertpapiere zwischen Depots umziehen (um mehr Content darüber schreiben zu können?). Prinzipiell ist das also auf jeden Fall möglich, ich bin mir nur nicht sicher, ob ich mir diesen Aufwand tatsächlich antun möchte, denn im Endeffekt ist es egal, wo welches Wertpapier liegt.

Was mir an meinem aktuellen Setup gut gefällt (und eigentlich gar kein Entscheidungskriterium sein sollte, da rein emotional), ist, dass das ING- und das Onvista-Depot ungefähr gleich groß sind. Ich habe aber nur das ING-Depot per App im Zugriff und schaue dort regelmäßig rein. Bei Onvista logge ich mich nur drei-vier Mal im Jahr ein, um die Einmalkäufe zu tätigen und „nach dem Rechten“ zu sehen. Wenn es an der Börse gerade gut läuft (oder schlecht) kann ich mir auf diese Weise vorstellen, dass das andere Depot gerade genauso gut (oder viel besser) läuft als bei der ING. Würde ich die Duplikate alle zur ING transferieren, was mehr als 50.000€ ausmacht, wären die Depots definitiv nicht mehr gleich groß und meine kleine mental gymnastics Übung funktioniert nicht mehr 😉

Faulheit als guter Vorsatz

Wahrscheinlich mache ich erstmal nichts, da mich die Duplikate nicht wirklich stören. Meinen Wackelkandidaten aus dem Jahresausblick 2023 habe ich auch noch immer im Depot. Ich bin dann doch einfach meist zu faul, mich wirklich viel mit meinem Depot zu beschäftigen (was man von einer Finanzbloggerin so erstmal nicht erwarten würde wahrscheinlich).

Jedenfalls ist das doch ein gutes Fazit bzw. ein guter Vorsatz für 2024: Keinen unnötigen Stress machen. Wenn ich mir dazu noch Gesundheit dazu wünschen kann (war seit meiner 2. Corona-Erkrankung im September 2023 ständig erneut erkältet), dann wird das ein gutes Jahr. Prost Neujahr!

Was sind deine (Finanz-)Ziele für 2024? Schaust du eher auf deine absolute Sparrate in Euro oder deine prozentuale Sparquote? Hast du dir abseits der Finanzen auch Ziele gesetzt? In welchen Bereichen und warum?

8 Replies to “Was sind deine Ziele für nächstes Jahr? // Finanzplan 2024”

  1. Mein einziges Ziel, allerdings unabhängig vom Jahreswechsel, ist, wieder Kontinuität in meine Finanzen zu bringen. Während dem Hausbau kamen viele zusätzlichen Kosten auf uns zu, manche Rechnungen kamen mit über einem Jahr Verzögerung. Da ist an Sparen kaum zu denken. Ende letzten Jahres habe ich aber die Pausierung der Sparpläne wieder aufgehoben und so langsam sind auch alle teuren Positionen abgeschlossen.
    Kein unnötiger Stress ist da der beste Vorsatz, das sehe ich genauso. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Gesundheit, nicht nur fürs Neue Jahr!

    1. Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt mit dem Ziel. Klingt ja eigentlich nicht so schwer, aber wer ein Haus baut, weiß, dass das Wort „eigentlich“ trügerisch sein kann. Weiterhin gute Nerven wünsche ich dir!
      Viele Grüße
      Jenni

  2. Servus,
    wie ich bei mir im Blog schon schrieb, die grundlegende Strategie ist gefunden, einfach weiter machen und ggf. im Kleinen nachjustieren. Das ist ja das schöne mit der Zeit, alles ist Routine und fertig. Wenn man noch Sparpläne hat, wie Du, umso besser. Ich kaufe immer noch manuell nach, alte Routine. 🙂

    Gruß
    Andy

    1. Hallo Andy,
      mich stressen die beiden Einmalkäufe im Jahr schon immer sehr, weil ich das Geld auch nicht einfach monatelang auf dem Verrechnungskonto herumliegen haben möchte (time in the market…). Sparpläne sind daher auf jeden Fall ein Segen für mich 🙂
      Frohes neues Jahr!
      Jenni

  3. Hallo Jenni,
    ich muss auch mal wieder meine regionale Verteilung ansehen. Danke für den Anstoß und dass du deine Fondsentscheidungen hier teilst.
    Was ich bei dir aber so unglaublich wertvoll finde: Du stellst deine Sparpläne in den Vordergrund. Ich habe von meiner Mutter gelernt, dass man immer mindestens einen Sparplan haben muss. Und in den 50 Jahren, in denen sie oder ich das durchgezogen haben, ist trotz kleiner Raten doch einiges zusammengekommen.
    Du machst hier halt keine leeren Versprechungen, sondern zeigst, was möglich ist.
    Dir ein erfolgreiches und fröhliches neues Jahr.
    Susan

    1. Danke dir, Susan! Sehr cool, dass deine Mutter dir Finanzwissen mitgegeben hat für das Leben 🙂
      Sparpläne sind so mächtig: Wer 50 Jahre 10% seines Einkommens spart, kann sich auf jeden Fall auf einen auskömmlichen Lebensabend freuen. Die Zeit arbeitet für einen!
      Ich merke das jetzt selbst langsam immer mehr, dass beim jährlichen Finanzrückblick die Zugewinne die eigene Sparrate langsam verdoppeln und irgendwann ganz in den Schatten stellen werden. Ich habe inzwischen je Definition von Coast FIRE erreicht, also den Punkt, wo man aufhören könnte zu sparen und trotzdem eine abgesicherte Rente hat. Ein tolles Gefühl!
      viele Grüße
      Jenni

  4. Was China angeht: der investible market ist von vornherein gar nicht so groß, auch wenn man Zugriff auf die Aktien in Festland-China hätte. Dort geht nicht direkt jedes mittelständische Unternehmen an die Börse wie das teilweise in den USA der Fall ist. In Deutschland ist es in dieser Hinsicht ja ähnlich wie in China.

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