Wie viel kostet Abnehmen mit der Abnehmspritze? // Ozempic & Wegovy finanziell betrachtet

Wie viel kostet die Abnehmspritze?
Lesezeit: 12 Minuten

Heute mal ein etwas ungewöhnlicher Artikel: Ich habe seit Januar diesen Jahres mit medikamentöser Unterstützung über 20 kg abgenommen. Damit bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich mein Abnehmziel noch nicht ganz erreicht habe. Da mich bei meiner Entscheidung für diesen Weg mit der „Abnehmspritze“ auch persönliche Erfahrungsberichte unterstützt haben, wollte ich meinen Blog nutzen, um meine eigene Perspektive zu ergänzen, auch wenn es ein ganz anderes Thema als sonst ist. Vielleicht hilft es ja jemanden bei der Entscheidung zur Abnehmspritze – dafür oder dagegen. Natürlich werde ich in meinem Erfahrungsbericht auch insbesondere die finanzielle Seite des Abnehmens beleuchten, denn gerade dort fehlt es meines Erachtens nach an Transparenz.

Was sind meine persönlichen Erfahrungen mit Ozempic / Wegovy?

Wenn man sich manche Berichte in Medien oder sogar die Werbung mancher Online-Anbieter des Medikaments anschaut, könnte man denken, dass das Abnehmen mit Unterstützung durch den Wirkstoff Semaglutid quasi ein Selbstläufer sei. Einmal spritzen und schon purzeln die Pfunde? Schön wär’s!

Das Abnehmen mit GLP1-Medikment funktioniert genauso wie jede andere Diät: durch ein Kaloriendefizit, also durchschnittlich weniger Kalorien zu sich nehmen als der Körper verbraucht. Wobei die Spritze biologisch/physiologisch gesehen diese Diät durch ein reduziertes Hungergefühl unterstützt. Durch eine medikamentös verlangsamte Magenentleerung und langsamere Darmbewegungen bin ich mit Medikament einfach weniger hungrig, sodass es leichter fällt, weniger zu essen. Teilweise ist dieser Effekt so stark, dass ich eine vorgegebene Portion (z.B. im Restaurant oder in der Kantine) nicht aufessen kann. Wer aus Appetit (ungleich Hunger!) oder Gewohnheit jeden Teller weiterhin aufisst und seine selbstgewählten Portionen nicht dem eigenen Hungerlevel anpasst, wird also auch mit diesem Medikament nicht abnehmen.

Nimmt man somit automatisch wieder zu, wenn man mit dem Medikament aufhört und der Hunger wieder stärker wird?

Natürlich kann dieser Effekt auftreten. Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass nach dem Absetzen von GLP1-Medikamenten die Probanden wieder Gewicht zunehmen. Manche nehmen sogar wieder alles zu, was sie vorher abgenommen haben. Ich persönlich glaube jedoch, dass mir das nicht passieren wird. Denn ich werde definitiv nicht zu meinen alten Essensgewohnheiten zurückkehren. Ich habe in den vergangenen Monaten u.a.:

  • mir ein ganz neues Verständnis dafür antrainiert, was für meinen Körper eine ausreichende Portionsgröße ist (der tägliche Kalorienbedarf ist mit weniger Gewicht ja auch automatisch niedriger als mit mehr Gewicht)
  • ein neues Verhältnis zu Alkohol aufgebaut (ich war nie auch nur in der Nähe des Gefahrenbereichs zu einer klinischen Alkoholsucht, aber ich habe trotzdem viel mehr „alltäglich“ getrunken als ich persönlich für mich möchte – das sind alles Zusatzkalorien, die man schnell „übersieht“)
  • meinen (sozial-psychologischen) Muskel trainiert, Angebote & Versuchungen abzulehnen sowie die soziale Scham abzulegen gelernt, meinen Teller aufessen zu müssen bzw. im Restaurant nach einem To-Go-Behälter für die Reste zu fragen
  • kalorienärmere & gesündere Snacks ausprobiert und jetzt als Alternative zu Schokoriegeln immer Obst im Kühlschrank

Das sind Aspekte der vielbeschworenen Ernährungsumstellung, die immer erwähnt, aber nie konkret definiert wird. Und nur bei dauerhaft verändertem Verhalten kann auch dauerhaft ein verändertes Gewicht bestehen bleiben.

Heißt das, dass ich nach Ende der Diät nie wieder ein Kilo zunehmen werde? Sicherlich nicht. Aber ich habe jetzt quasi mehr Sensoren an Bord und Werkzeuge erlernt, um zeitnäher gegensteuern zu können.

Was war das überraschendste an der Abnehmspritze?

Es gab zwei Dinge, die mich sehr überrascht haben. Einmal hatte ich echt Angst vor der Anwendung mit den Spritzennadeln. Ich hatte mir bisher nur ein einziges Mal selbst eine Spritze setzen müssen, als Vorbereitung für einen Krankenhausaufenthalt. Das war komplett schief gegangen: statt das Heparin in meinen Körper/Muskel/Fett zu spritzen, hatte ich die Spritze so zögerlich gesetzt, dass all der Wirkstoff quasi in meinen Hautschichten eine Blase gebildet hat.

Aber die Nadeln für die Abnehmspritze sind deutlich feiner, man merkt es wirklich fast gar nicht. Somit hatte ich persönlich trotz dieser negativen Erfahrung in der Vergangenheit und der großen Angst, ob das klappen wird, gar keine Probleme in der Anwendung der Spritze. Ich merke den Mini-Piks eigentlich gar nicht.

Psychologische Effekte der Abnehmspritze

Zweitens wird immer wieder darüber gesprochen, dass neben den physiologischen Effekten des GLP1-Medikaments auch psychologische auftreten. Ozempic & Wegovy würden dabei helfen, „Food Noise“ zu reduzieren. Darunter konnte ich mir zunächst nichts wirklich vorstellen.

Jetzt, wo ich diesen überraschenden Effekt selbst erlebt habe, halte ich dies sogar für eine der stärkten Wirkungswege neben der Reduktion des Hungergefühls. Es gibt inzwischen große Studien, die zeigen, dass GLP1-Medikamente nicht nur auf Adipositas, auf deutsch auch Fettsucht genannt, positive Effekt hat, sondern auch andere Suchterkrankungen (mit Drogen, Alkohol, sogar Spielsucht) verringern kann.

Dass ich vor meiner Abnahme deutlich zu dick war, und ich damit meine Gesundheit belaste, war mir bewusst. Durch die psychologische Wirkung der Abnehmspritze ist mir aber erst im Nachhinein klar geworden, dass ich an einer Krankheit gelitten habe, sodass es nur sinnvoll ist, ein Medikament dagegen zu nehmen. Ich würde ja einem Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes auch nicht empfehlen, auf Medikamente zu verzichten oder einem Drogensüchtigen oder Magersüchtigen von einer Therapie abraten?!

Semaglutid und andere Wirkstoffe der „Abnehmspritze“ (oder verwandter Medikamente, wie jetzt neu den Abnehmtabletten) sind keine Wunderwaffe. Insbesondere werden sie zurecht kritisiert, wenn Prominente, die sich sowieso im gesundheitlich normalen bis niedrigen Gewichtsbereich befinden, damit schnell ein paar Kilos loswerden wollen. Im Worst Case kombiniert mit einer ungesunden Crashdiät und überhöhten Medikament-Dosen, die zu starken Nebenwirkungen führen können. Robbie Williams hat angeblich sogar seine Sehkraft eingebüßt durch ein GLP1-Medikament. Wer sich einen Personal Trainer, privaten Koch, Ernährungsberater & Psychologen leisten kann, braucht die Abnehmspritze eher nicht zum erfolgreichen Abnehmen. Aber so reich sind wohl die wenigsten 🙂 Also was kostet diese Unterstützung beim Abnehmen?

Kosten der Abnehmspritze

Wie viel kostet das Medikament pro Monat?

In Deutschland kostet der 1mg Wegovy Pen 172,73 Euro. 1mg ist dabei die „Standarddosis“, wobei die richtige Dosis sehr individuell ist. Höhere Dosen kosten mehr, allerdings kosten geringere Dosen, die man in den ersten Monaten nutzt, um sich an das Medikament zu gewöhnen, leider nicht weniger, sondern genauso 172 Euro. In jedem Pen befinden sich 4 Injektionen, das heißt, das Medikament im Pen reicht somit in der Regel für einen Monat.

Da Ozempic und Wegovy verschreibungspflichtig sind, kommt zu dem Preis für das Medikament bei manchen Online-Anbietern noch eine Rezeptgebühr, die für die Vermittlung eines telemedizinischen (Video-)Arztgesprächs erhoben wird. Beim Hausarzt vor Ort bekommt man das Rezept aber auch völlig ohne Gebühr. Das ist also definitiv der günstigste Weg.

Unabhängig davon, ob einem der eigene Hausarzt das Rezept verschrieben hat oder ein Arzt über das Internet, die Kosten für das Medikament muss man immer selbst zahlen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für Wegovy derzeit nicht. Einige private Krankenversicherungen haben hier möglicherweise andere Regelungen, das muss jeder bei seiner PKV individuell erfragen. Die meisten Krankenkassen & Versicherer unterstützen ihre Versicherten auf anderem Weg beim Thema Abnehmen (z.B. mit Diätcoaching-Programmen und Zuschüssen zu Sportkursen). Ich persönlich habe weder mit meiner Hausarzt-Praxis noch mit meiner Krankenkasse zu dem Thema Kontakt gehabt.

Warum ich mich gegen den Weg über den Hausarzt entschieden habe

Ich persönlich habe mit meiner Hausarztpraxis kein besonderes Verhältnis. Ich war in den 12 Jahren, die ich in Frankfurt lebe, nur eine handvoll Mal dort, hauptsächlich für Impfungen und ein, zwei Mal in Zusammenhang mit Corona damals: einmal für das Attest, dass ich als Übergewichtige in der Risikogruppe liege und daher schneller einen Impftermin bekomme, und einmal auf Grund von Nebenwirkungen meiner ersten Corona-Erkrankung.

Wenn ich nur eine etwas schlimmere Erkältung habe, lasse ich mich meist von einem TeleClinic-Arzt krankschreiben statt mich krank in die Praxis zu schleppen. Ich habe also keine besondere Beziehung zu den Ärzten in dieser Hausarzt-Praxis und fand es daher einfach praktischer, einen Alles-aus-einer-Hand-Service online zu nutzen.

Was Online-Abnehmprogramme neben dem Medikament noch enthalten & kostenlose Alternativen

Neben dem Rezept für das Medikament ist bei den Online-Anbietern der Abnehmspritze auch die Lieferung über eine Partnerapotheke dabei (kostenlose Lieferung bieten aber alle Online-Apotheken an), zudem eine (Web-)App, in der man seinen Fortschritt tracken kann (Gewicht & Taillenumfang), sowie einige Lektionen / Wissensartikel zur Wirkweise des Medikaments, gesunder Ernährung, Verhaltenstipps usw. Dazu gibt es noch eine Facebook-Gruppe, die jedoch größtenteils unmoderiert ist, das heißt, sie dient eher zum Erfahrungsaustausch und ist keine gute Quelle für verlässliche Antworten zum Programm. Diese Aspekte (Tracking-Tool, Wissen & eine Community) kann man alle auch ohne Nutzung eines kostenpflichtigen Online-Programms finden, wenn man kurz selbst recherchiert. Ist natürlich etwas mehr Aufwand, aber dafür eben auch viel günstiger.

Was kostenlos deutlich schwieriger zu finden ist (wenn man nicht ausschließlich auf KI mit ggf. fragwürdiger Antwortqualität setzen möchte), sind die Support-Optionen im Programm: einerseits der medizinische Support, der einen bei (leichten) Nebenwirkungen beraten kann (was ein behandelnder Hausarzt natürlich auch macht) und andererseits die Ernährungsberatung, die u.a. Fragen zu speziellen Essgewohnheiten beantworten oder individuelle Berechnungen zum Kalorien- oder Eiweißbedarf anbietet.

Warum ich mich für ein teureres Online-Begleitprogramm zum Abnehmen entschieden habe

Ich habe diesen Support in den vergangen 7 Monaten im Schnitt einmal im Monat in Anspruch genommen. Auch wenn hier ebenfalls bei den Antworten sicherlich viel mit Textbausteinen oder KI gearbeitet wird, ist es am Ende doch ein Mensch (den ich auch in einem Start-Webinar zu Beginn kurz kennenlernen konnte), der meine individuellen Fragen versucht zu lösen. Ich hab hier z.B. meine Frage diskutiert, ob ich mit der Diät lieber frühstücken sollte (obwohl ich sonst wochentags nie frühstücke) und mir Tipps geholt, wie ich mit den festgelegten Portionen umgehe, die ich in der Kantine und in Restaurants wortwörtlich aufgetischt bekomme. Allein das Gefühl zu wissen, da ist jemand, der mir innerhalb von meist 24h auf meine Mail antwortet, ist für mich beruhigend.

Ich fand die Convenience, das alles in einem Programm an einem Ort zu haben, gerade für die ersten Monate sehr hilfreich. Auch wenn für jeden, der schon mal ein Buch über Abnehmen/Diäten gelesen hat, die Wissensartikel wohl keine komplett neuen Erkenntnisse enthalten, fand ich diese wertvoll. Gerade im Vergleich zu Menschen aus meinem Umfeld, die zwar das Medikament, aber kein solches Programm nutzen, sehe ich, wie es mir geholfen hatte.

Hätte ich mich wirklich noch einmal mit gesunder Ernährung und verhaltenstherapeutischen Ansätzen in Bezug auf Overeating und Food Noise beschäftigt, wenn diese Lektionen nicht Teil des Programms gewesen wären? Wahrscheinlich eher nicht, denn es ist ja meist nicht so, dass man als Übergewichtige nicht weiß, wie gesunde Ernährung aussieht.

Hätte ich auch privat eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen können? Klar, das wäre bei 5-10 Kontakten/Mails in einem halben Jahr sicherlich auch günstiger gewesen, das separat zu zahlen. Hätte ich das wirklich gemacht? Ehrliche Antwort: Nein.

Fazit: Eingeschränkte Weiterempfehlung

Ich persönlich finde, dass man bei solchen Komplettangeboten (sei es hier ein Abnehmprogramm oder eine Pauschalreise) den Moral Hazard-Aspekt nicht unterschätzen darf: Wenn man sich vornimmt, rein aus Kostengründen, einzelne Aspekte lieber selbst zu übernehmen statt für ein Gesamtpaket zu zahlen, dann geht die Rechnung nur auf, wenn man es dann auch tatsächlich umsetzt. Ich persönlich würde daher das Komplettprogramm von Juniper zum Abnehmen weiterempfehlen. Braucht man es zwingend? Sicherlich nicht, aber es macht die Abnehmreise an sich einfacher. Genau wie GLP-1-Medikamente an sich. Natürlich kann man auch ohne sie abnehmen. Aber mit medikamentöser Unterstützung ist es einfacher. War ich immer Zufrieden mit dem Support und der Antwortqualität von Juniper? Nein, aber gerade am Anfang des Programms, wo der Unterstützungsbedarf am größten war, fand ich es wirklich hilfreich.

Transparenzhinweis: Eine Registrierung über den obigen Link bzw. mit dem Code REG-UXEQ-HQ96 führt für mich zu einem Rabatt in den Folgemonaten. Ich habe noch nie einen Affiliate-Link in diesem Blog geteilt, da dies meinem Selbstverständnis als Finanzblogger widerspricht. Allerdings habe mich in diesem Fall doch bewusst dafür entschieden, da es sich a) nicht um ein Finanzprodukt handelt und b) Nutzer dieses Links für ihre eigene Behandlung 100 Euro Rabatt für die ersten zwei Monate erhalten. Bitte recherchiere selbst, ob die Abnehmspritze das Richtige für dich ist und welcher Bezugsweg bzw. welches Programm zu dir passt.

Stimmt es, dass man Geld spart, weil man weniger isst?

Ich habe im Vorfeld häufig gelesen, dass die Kosten für das Medikament damit gerechtfertigt werden, dass man während der Diät ja auch weniger esse und dadurch Geld sparen würde. Das ist meiner Erfahrung nach aber dann doch eher aus der Kategorie Girl Math. Denn eine gesunde, proteinreiche Ernährung ist häufig nicht deutlich billiger als die vorher gewohnte Ernährung. Ja, man isst weniger große Portionen. Doch wer z.B. noch für einen Partner oder eine Familie mitkocht wird es im Geldbeutel kaum merken.

Welche Kosten verursacht das Abnehmen zusätzlich noch?

Was ich im Vorfeld überhaupt nicht als Teil der Diskussion um die Kosten der Abnehmespritze wahrgenommen habe, sind die Folgekosten, die sich durch das Abnehmen ergeben. Hier insbesondere die Kosten für neue, passende Kleidung.

Ich besitze beispielsweise ca. 5 Hosenanzüge für die Arbeit. Die Hosen dieser Anzüge passen mir jetzt bei bestem Willen nicht mehr, auch mit Gürtel nicht, da ich inzwischen zwei Kleidergrößen abgenommen habe. Ich hatte mir Ende letzten Jahres neue BHs gekauft, die mir jetzt auch schon alle nicht mehr passen, weil sie einfach zu groß geworden sind. Ich habe gerade vorletzte Woche also wieder drei neue, passende gekauft: Kostenpunkt knapp über 300 Euro. So viel werde ich auch mindestens pro neuem Hosenanzug ausgeben.

Natürlich kann man durch Second-Hand-Shoppen und den Weiterverkauf der zu groß gewordenen Kleidung diese Kosten reduzieren. Ich möchte mich darüber auch nicht beschweren (auch wenn ich Shoppen nicht wirklich gerne mag), aber ich wollte diesen Kostenpunkt trotzdem erwähnen, da ich bisher dazu in Erfahrungsberichten nichts gelesen hatte. Wenn man nur ein paar Kilos abnehmen möchte, damit die Jeans nicht mehr so zwickt, ergibt sich dieses Problem natürlich nicht so stark. Aber für solche „Lifestyle-Diäten“, die sich nicht im medizinischen Adipositas-Bereich abspielen, ist die Abnehmspritze auch gar nicht gedacht.

Wie viel habe ich bisher in Summe für die Abnehmspritze gezahlt?

In den 7 Monaten seit Jahresanfang habe ich für das Online-Programm mit Abnehmspritze insgesamt 1.614 Euro gezahlt (⌀230 Euro pro Monat). Die reinen Medikamentkosten beliefen sich dabei auf 1.036 Euro für 6 Pens (⌀148 Euro pro Monat). Die Kosten für das Medikament fallen bei der Entscheidung für die Abnehmspritze auf jeden Fall an, egal ob man sich für ein Begleitprogramm entscheidet oder nicht und welchen Anbieter man zum Bezug des Medikaments wählt. Ich gehe davon aus, dass nochmal so 400 Euro zusätzlich dazukommen bis ich mein Zielgewicht erreicht habe. Dazu kommen noch die oben erwähnten Kosten für notwendige neue Kleidung.

Warum liegen die durchschnittlichen monatlichen Kosten für das Medikament bei mir unter dem monatlichen Preis pro Spritze?

Ich persönlich bin mit der 1mg Dosis nicht gut klargekommen, da ich zu viele Nebenwirkungen hatte. Insbesondere war mir während der Wochen mit 1mg Dosis stark schlecht. Nur mit viel Ingwertee konnte ich den Würgereiz einigermaßen im Griff behalten. Daher bin ich nach kurzer Zeit wieder zurück auf 0,5mg pro Woche gewechselt. Das ist mit einem 1mg Pen möglich, indem man „die Klicks zählt“. Durch diese Methode habe ich aus einem Pen mehr als 4 Dosen herausbekommen, sodass die effektiven Kosten pro Monat etwas gesunken sind.

Empfohlen wird diese Methode jedoch nicht, da solch eine Nutzung nicht vorgesehen ist. The Regels sind the Regels. Nach dem ersten Öffnen bzw. nach der ersten Dosis ist das Medikament laut Herstellerangaben 4 Wochen haltbar. Eine längere Streckung könnte dazu führen, dass die Wirksamkeit des Medikaments nachlässt oder sich Bakterien vermehren. Daher wird generell davon abgeraten, die Dosis in einem Pen durch die Klick-zählen-Methode über einen längeren Zeitraum als die vorgesehenen 4 Wochen zu strecken.

Ich persönlich habe das Risiko für diese Nebenwirkungen als eher gering eingeschätzt, da ich den Pen konsequent im Kühlschrank aufbewahre. Ich bin natürlich eine absolute medizinische Laie und daher kann mein Gedankengang auch falsch sein, aber ich habe mir gedacht, dass 4 Wochen bei Zimmertemperatur aufbewahrt (was explizit erlaubt ist) sicherlich nicht das gleiche Ergebnis ergeben wird (was Wirksamkeit und Verunreinigungen angeht) wie 4 Wochen Aufbewahrung im Kühlschrank. Daher habe ich mich bewusst entschieden, das Risiko einzugehen und den Pen – entgegen der Empfehlung – zu strecken statt den verbleibenden Wirkstoff einfach wegzuwerfen nach 4 Wochen. Bitte diesen Erfahrungsbericht nicht als Empfehlung sehen.

Was ist dir deine Gesundheit wert?

Im Fokus sollte immer die Gesundheit stehen, also möglichst geringe Nebenwirkungen und eine möglichst gute Fettreduktion bei gutem Muskelerhalt, nicht die Kosten. Daher kann ich diesen „Trick“ auch niemandem empfehlen zum Kostensparen (habe ich leider im Internet schon häufiger gesehen). Die richtige, individuelle Dosis ist enorm wichtig. Genauso führt auch eine höhere Dosis nicht automatisch dazu, dass man schneller abnimmt. Wichtiger ist doch, dass die Therapie wirkt & man gesundheitlich langfristig vom Abnehmen profitiert. Ob einem die oben geschilderten monatlichen Kosten zu hoch erscheinen, ist eine hochindividuelle Entscheidung. Abnehmen kann natürlich auch ohne Medikament, Coach, Programm oder sonstige bezahlte Hilfe klappen.

Ich hoffe, dass dir dieser doch sehr persönliche Einblick geholfen oder zumindest interessiert hat, auch wenn das Thema doch deutlich von meinen anderen Blogartikeln auf meinem Weg zu FIRE abweicht. Leider wird das Thema Finanzen häufig ebenso als Tabuthema behandelt wie Gewicht & Gesundheit. Über alle drei Themen lohnt es sich offen zu sprechen, um von anderen lernen zu können. Wenn du weitere Fragen an mich und zu meinen persönlichen Erfahrungen oder den Kosten hast, melde dich gerne in den Kommentaren!

Würdest du sagen, dass du ein gutes Verhältnis zu deinem Körper hast? Bist du mit deiner Gesundheit zufrieden? Wie viel Geld ist dir deine Gesundheit tatsächlich wert? Was für Kosten gibst du (gerne oder zähneknirschend) für deine Gesundheit aus? Hast du schon einmal abnehmen wollen und wenn ja, mit welcher Methode? Was hat daran gut funktioniert? Und was waren die Nachteile? Findest du die Abnehmspritze zu teuer?

2 Replies to “Wie viel kostet Abnehmen mit der Abnehmspritze? // Ozempic & Wegovy finanziell betrachtet”

  1. Schön, dass du das Thema so offen angehst, gerade die finanzielle Seite wird bei Abnehmspritzen selten ehrlich beleuchtet. 20 kg in knapp acht Monaten klingt nach einer spürbaren Lebensqualitätsverbesserung, auch wenn das Ziel noch nicht ganz erreicht ist. Wirst du das Medikament später eigentlich wieder absetzen oder bleibt das ein Langfristthema?

    1. Hi Magiz,
      danke für deinen Kommentar! Ich habe vor, das Medikament wieder abzusetzen. Das Gewicht bleibt dann nur gleich, wenn man seine Gewohnheiten entsprechend verändert hat zu vorher. Die Nebenwirkungen sind zwar nicht sooo stark (bei meiner aktuellen Dosis), aber trotzdem möchte ich das Medikament nicht für immer nehmen – allein schon aus Kostengründen.
      Viele Grüße
      Jenni

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