Wie lief dein Finanzjahr und was sind deine Ziele für das nächste Jahr? // Jahresrückblick 2025 & Ausblick 2026

Lesezeit: 7 Minuten

Was für ein Comeback!

Nach -30% im letzten Jahr konnte ich dieses Jahr wieder positiv abschließen und zwar mit einem Plus im Gesamtvermögen von +30% (ohne „Bilanzierung“ unseres Eigenheims) bzw. mit +23% (inkl. anteiligem Hauskaufpreis minus Hypothek). Christoph und mein gemeinsames Haushaltsvermögen wuchs um +18% (ohne Rücklagen für Renovierungen, die wir noch ausgeben werden). In meinen beiden Depots sind zusammengerechnet knapp 100.000€ mehr als Ende 2024, wovon 57% neue Ersparnisse sind und der Rest Marktgewinne. Das ING Depot hat +19,3% zugelegt und das Trade Republic Depot (das nur den ACWI IMI ETF enthält) um +13,6%. Beide Zahlen sind etwas höher als die reine Marktrendite, da meine monatlichen Sparpläne in das ING Depot und alle Einmalinvestments in das TR Depot fließen.

Sparziel erreicht

In Summe habe ich mein Sparziel genau wie geplant erreicht. Zusätzlich habe ich noch im Mai zusammen mit meinem Frühjahrs-Bonus ein Geldgeschenk meiner Eltern (von Weihnachten 2024) investiert, das ich aber nicht in meine Sparrate einrechne. Meine Sparrate lag somit mit 48% (ohne Riester, VWL, bAV) nur minimal geringer als letztes Jahr (51,2%). Rechnet man diese drei weiteren Altersvorsorge-Bausteine dazu, liege ich deutlich über meinem gesetzten Ziel von 50%.

Die minimal niedrigere Sparrate im Vergleich zum Vorjahr liegt auch daran, dass ich dieses Jahr etwas „vorsichtiger“ investiert habe, d.h. im Vergleich zu den Vorjahren kein zusätzliches Geld investiert habe, das über meine geplante Sparsumme hinaus ging. Im Moment habe ich also für meine Verhältnisse recht viel Geld auf Giro- und Tagesgeldkonten geparkt . Der Grund dafür war/ist, dass noch einige größere Ausgaben angestanden haben bzw. anstehen, für die ich etwas Liquidität benötige oder vorstrecken musste.

Liquidität vs. Vermögen

Im Januar wird z.B. eine Förderung der Stadt Frankfurt für unsere PV-Anlage ausgezahlt. Das sind über 6.000€, was wir natürlich erstmal vorstrecken mussten, um beim Installateur die Rechnung vollständig zu bezahlen. Wir werden auch von der KfW im nächsten Jahr noch eine Förderung über 16.500€ für die neue Wärmepumpe bekommen. Aber auch dafür muss die Rechnung erst einmal vollständig bezahlt sein – was sie im Moment noch nicht ist, da ich mich seit Monaten mit der Installationsfirma streiten muss, weil sie ihre Arbeit nicht wie vereinbart erledigen. Inzwischen fehlen nach vielen nervigen Mails & Telefonaten zwar nur noch Kleinigkeiten, aber das hält die Auszahlung der KfW-Förderung trotzdem auf.

Wenn das alles einmal erledigt und ausgezahlt ist und wieder etwas mehr Ordnung auf den verschiedenen Konten herrscht, werde ich „überschüssiges“ Geld dann auch wieder in ETFs investieren, statt es auf Konten herumliegen zu lassen. Meine Hoffnung ist, dass sich bis April alles geklärt hat, damit ich das Geld dann in einem Rutsch mit meinen Frühjahrs-Bonuszahlungen investieren kann. Traditionell lege ich i.d.R. keinen großen Notgroschen zur Seite, da ich durch Aussetzen meiner hohen monatliche Sparrate sehr schnell Geld „generieren“ könnte, wenn ich es im Notfall wirklich recht kurzfristig bräuchte.

Gutes Aktienjahr trotz schwieriger Weltlage

Natürlich hat zu meinem Vermögenszuwachs auch die gute Performance der Aktienmärkte beigetragen, die in Summe trotz all der Zollstreitigkeiten, der Kriege & Konflikte und den Rufen nach dem Platzen der AI-Bubble ordentlich im Plus lagen:

  • DAX 40: +22%
  • S&P 500: +17%
  • MSCI World / ACWI: +8% bis 10% (je nach genauer ETF Zusammensetzung)

Umso überraschter war ich daher, als ich meine jährliche Auswertung der Tops & Flops in meinem Depot durchgeführt habe.

Tops & Flops

Tops

  • Amundi Korea ETF: +78%
  • Xtrackers Spain: +59%
  • Xtrackers MSCI Mexico: +38%

Jetzt könnte ich mir vielleicht etwas über die Chip-Industrie in Korea und günstigen Solarstrom in Spanien zusammenreimen, um diese Depotgewinner des Jahres 2025 zu erklären, aber ehrlicherweise weiß ich nicht, warum die Performance so gut war, wie sie war. In Korea wurde dieses Jahr gewählt bzw. es gab nach einem halben Putschversuch einen neuen Präsidenten, der auch einen neuen Nordkorea-Kurs angefangen hat, aber wie dies die Aktienmärkte weiterhin beeinflussen wird, ist sicherlich schwierig vorauszusagen. Mexiko hingegen ist einfach ein sehr volatiler Markt. Schon oft genug war genau dieser ETFs auch bei den Flops dabei. Schön ist, dass auch weiterhin alle Werte in meinem Depot im Plus sind gegenüber dem Kaufpreis, einfach weil ich das meiste schon so lange halte. Am nächsten dran am Minusbereich sind mit jeweils aktuell ca. +8% die beiden Positionen auf den ACWI, die ich monatlich bespare.

Flops

Da es bei Platz 3 knapp ist, hier die vier Lowperformer des Jahres 2025 in meinem Depot:

  • Xtrackers MSCI India: -10.30%
  • Amundi S&P Small Caps: -9.1%
  • Deutsche Telekom: -3.6%
  • iShares Dow Jones US Select Dividends: -3.6%

Alle anderen Werte sind tatsächlich im Plus. Bei der Telekom und dem Dow Jones Dividenden-ETF muss man für die Bewertung der Gesamtperformance natürlich auch die Dividenden berücksichtigen. Mit 120€ (nach Steuern) von der Telekom und 91€ (nach Steuern) aus dem US-ETF verbessert sich die Bilanz zwar etwas, aber beide Werte hätten weiterhin eine negative Jahresperformance, wenn auch nur noch knapp bei der Telekom.

Dividenden

Apropos Dividenden. Nach Steuern habe ich dieses Jahr nur noch 723€ an Dividenden erhalten. Das ist ein Drittel weniger als im Vorjahr und im Vergleich zu 2023 nur noch ein Drittel der damaligen Summe. An sich ist das für mich kein Problem, da mir Dividendenzahlungen im Gegensatz zu manchen anderen Finanzbloggern aus motivatorischer Sicht egal sind. Ich finde die Zahlungen sogar eigentlich negativ für mich, da sie einfach nur auf meinem Verrechnungskonto rumliegen und ich immer zu faul bin, diese Kleinstsumme wieder zu investieren. Allerdings habe ich in der Vergangenheit in meinem inneren „mental accounting model“ die Dividendenzahlungen immer für Autoreparaturen / Inspektionen / Reifenwechsel verbucht, was bei nur noch 723€ definitiv nicht genug ist, insbesondere da ich nächstes Jahr sowohl zur kleinen Inspektion gehen werde als auch neue Sommerreifen kaufen muss. Noch liegt auf dem Verrechnungskonto mehr als genug Geld für solche Ausgaben, aber mal schauen, wie es nach der super nervigen und quasi unberechenbaren Abrechnung der Vorabpauschale dann aussehen wird. Denn auch diese Kosten gehen von diesem Konto ab. Ich werde es im Auge behalten. Vielleicht gibt es ja auch 2026 auch wieder ein paar Dividendenerhöhungen, sodass wieder mehr Geld auf diesem Konto eintrudelt 🙂

Ausblick 2026: Vermögensaufbau auf Autopilot

Keine großen Veränderung geplant

Ich habe für 2026 keine Veränderungen an meinen Sparplänen oder der Depotstruktur geplant. Die Einmalkäufe erfolgen auf Grund der günstigen Ordergebühren bei Trade Republic, die Sparpläne werden monatlich kostenlos bei der ING ausgeführt. Alles läuft einfach weiter und macht mir kaum Arbeit. So einfach kann Vermögensaufbau sein 🙂

Ich möchte nur eine Anpassung vornehmen: Nach bereits mehrmaliger Ermahnung des Finanzamts werde ich meine Freistellungsaufträge endlich mal so anpassen, dass in Summe über alle Banken nicht mehr als die erlaubten 1.000€ herauskommen. Ich wollte das eigentlich schon längst umgesetzt haben, aber da der Freistellungsauftrag bei der ING bereits aufgebraucht war als ich ihn vor einigen Monaten ändern wollte und jetzt aktuell durch die Jahresendabrechnung auch nicht veränderbar ist, muss ich noch ein drittes Mal, idealerweise zum Jahresbeginn, daran denken, in der App die Anpassung vorzunehmen. Letztes Jahr wurde der gesamte Freibetrag durch die Vorabpauschale bereits verbraucht, also vielleicht bin ich jetzt auch einfach „gefangen“ in dieser Situation, da der Freibetrag entweder schon verbraucht oder gerade zur Bearbeitung gesperrt ist? 😀

Meine Finanz-Ziele 2026

Same procedure as every year, aber diesmal noch einen Ticken ambitionierter: Ich möchte eine Sparrate (ohne Riester, VWL, bAV) von über 50% schaffen, was bedeutet, dass ich neben meiner unveränderten monatlichen Sparrate von 1.900€ nochmal 2.000€ mehr als dieses Jahr an Einmalsparraten sparen müsste, sofern mein Netto-Einkommen stabil bleibt. Das ist immer etwas schwierig zu prognostizieren, da ich einen hohen Anteil an variabler Vergütung habe. Aber ich denke, +2.000€ mehr sparen ist ein gutes Ziel.

Mein zweites Finanzziel für 2025 war „Hausfinanzen verstehen„. Das war zum Glück alles nicht so komplex wie gedacht. Die Prognosen und geschätzten Ausgaben für Nebenkosten haben sich größtenteils bewahrheitet. Wie bereits beschrieben herrscht derzeit noch etwas Accounting-Chaos auf den Haushaltskonten, da die bereits zugesagten Förderungen für energetische Renovierungsmaßnahmen noch nicht vollständig ausgezahlt sind. Aber das wird sich im Laufe des Jahres 2026 auf jeden Fall alles finden, sodass danach wirklich alles wieder auf Autopilot läuft. Für mich der Idealzustand bei meinen Finanzen.

Weiterhin auf dem Weg zu FIRE?

Christoph und ich wurden dieses Jahr auf Grund des Immobilienerwerbs sehr häufig gefragt, ob wir denn FIRE bzw. die Rente mit 45 weiterhin verfolgen.

Die kurze Antwort

Ja, auf jeden Fall!

Die mittellange Antwort

Unser Finanzplan für den Hauskauf nahm in Kauf, dass es wir erst mit 46 in Rente gehen können statt wie bisher geplant mit 45. Aber ist das wirklich ein Scheitern? Absolut nicht.

Die lange Antwort

Laut dem einfachen FIRE-Rechner auf Frugalisten.de können wir mit

  • unserem aktuellen Ausgabenniveau
    • minus Altersvorsorgebeiträgen (Riester & Rürup, die wir dann nicht mehr weiter besparen würden)
    • minus Hypothekenrate (da das Haus dann abbezahlt ist)
    • inflationiert mit 2% p.a. auf 10 Jahre
  • unseren aktuellen Depotvermögen kombiniert sowie
  • einer angenommenen SWR (Entnahmerate) von 3.5%
  • bei einer angenommenen Rendite (nach Steuern und Inflation) von 5%

in 11,7 Jahren in Rente gehen. Dann wären wir gerade 47 geworden und hätten all die in Riester, Rürup, bAV und gesetzlicher Rente angesparten Altersvorsorge-Vermögen als zusätzlichen Puffer für später. Wenn man diese korrekt berücksichtigt, sind wir immer noch auf einem guten Weg zu FIRE mit 45.

Doch wer weiß schon,

  • wie sich die Inflation (bzw. unser Ausgabenniveau) in den nächsten 10 Jahren verhalten wird?
  • wie die Aktienmarktperformance unserer Depots aussehen wird?
  • was sich an der steuerlichen Situation in Deutschland verändern wird?
  • wie sich unsere Gehaltsentwicklung und damit unsere jährliche Spar- und Investmentsumme entwickeln wird?

Statt Glaskugelei und hyperkomplexer Excel-Modelle konzentriere ich mich lieber darauf, 2026 weiterhin ein gutes Leben zu leben. Frohes neues Jahr!

Wie lief dein Jahr 2025? Hast du deine (finanziellen) Ziele erreicht? Wie hat sich dein Gesamtvermögen entwickelt? Was waren die Tops & Flops in deinem Depot? Was sind deine (Finanz)ziele für 2026?

4 Replies to “Wie lief dein Finanzjahr und was sind deine Ziele für das nächste Jahr? // Jahresrückblick 2025 & Ausblick 2026”

  1. 50% Sparrate ist auf jeden Fall sportlich! Gratulation!

    Unseren Plan mit FiRe at 45 wird leider nichts mehr.

    Dafür arbeiten wir aktuell deutlich weniger Stunden und nutzen die freie Zeit.
    Lieber ein paar Jahre länger aber dafür jetzt mehr Zeit mit den Kindern…

    1. Das klingt doch sehr gut: Leben jetzt genießen & trotzdem finanziell gut aufgestellt für die Zukunft. Muss ja nicht 45 sein 🙂
      Guten Rutsch!

  2. Wie gehst du mit dem Thema auf der Arbeit um? Kommunizierst du dein Ziel mit 45 in Rente zu gehen offen? Und falls ja, wie sehen die Reaktionen aus?

    1. Ich gehe damit jetzt nicht hausieren, aber wenn das Thema Rentenplanung / Renteneintritt mal in der Diskussion beim Mittagessen/ im Smalltalk aufkommt, sage ich das schon ganz offen. Meistens ist die Reaktion dann ungläubig, mein Gegenüber denkt, ich mache nur einen Scherz. Viele fragen aber auch interessiert nach, wie ich das denn schaffen will. Da ich in der Finanzbranche arbeite, ist das Konzept von FIRE zumindest einigen bekannt (auch wenn es oft mit Frugalismus verwechselt wird). Zumindest den Gedanken, dass man in Deutschland für sein Alter gut vorsorgen muss, teilen aber alle meine Kollegen qua Branche. Manche lesen auch diesen Blog, daher: viele Grüße an die stillen Mitleser 😉 Jenni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert