Was ist ein No Spend Year? // Gründe für eine Konsumauszeit

Lesezeit: 9 Minuten

Neben meinen finanziellen Zielen für 2022 habe ich mir für dieses Jahr noch etwas vorgenommen: Ich möchte 2022 keine neuen Dinge kaufen. Mein No Spend Year hat für mich keine finanziellen Gründe. Ich möchte mir diese Konsumauszeit nehmen, um mein Kaufverhalten zu reflektieren und mehr Nachhaltigkeit in meinen Alltag zu integrieren. Denn obwohl es inzwischen viele gute, das heißt auch tatsächlich nachhaltige Produkte gibt, ist das nachhaltigste meist der Verzicht. Wobei Verzicht für mich ein negativ belegtes Wort ist, sodass ich in diesem Fall eher vom Nicht-Konsum sprechen würde. Für mich geht es in diesem Experiment mit dem No Spend Year genau darum: zu schauen, ob ich diese mir selbst gesetzten Regeln tatsächlich als Einschränkung oder Verzicht empfinde.

Was ist eine No Spend Challenge?

Eine No Spend Challenge kann viele verschiedene Gründe und Ziele haben und kommt daher auch in vielen verschiedenen Ausprägungen daher. Im Kern haben diese selbst auferlegten Herausforderungen gemein, dass für einen festgelegten Zeitraum (z.B. eine Woche, ein Monat, ein Jahr) in bestimmten, festgelegten Ausgabenkategorien (z.B. Kleidung) weniger oder gar nicht konsumiert bzw. gekauft werden soll.

Warum macht man ein No Spend Year?

Die Hintergründe können finanzieller Natur sein, zum Beispiel wenn jemand mehr sparen will, um seine Schulden schneller abzahlen zu können. Viele Menschen entscheiden sich für eine Konsumauszeit aber eher aus psychologischen Gründen. Wer Minimalismus als Lebensphilosophie verfolgt, macht dies meist, da die Minimierung der eigenen Besitztümer als befreiend bzw. zu viel „Zeug“ als belastend empfunden wird. Eine Zeit des Konsumverzichts kann dann zum Beispiel mit dem Aussortieren und Minimieren von Besitz kombiniert werden, um sich dem eigenen minimalistischen Zielbild zu nähern. Einige Menschen verfolgen auch ein No Spend Year, um durch die rigiden Regeln aus einer als belastend empfundenen Konsumsucht oder schlechten Shopping-Gewohnheiten herauszukommen, zum Beispiel wenn man sich durch Shopping (fälschlicherweise) belohnt oder von Problemen ablenken will.

Der Impuls, über meinen Konsum nachzudenken, kam von außen

Wallet Activism von Tanja Hester

Über die Weihnachtsfeiertage habe ich das Buch Wallet Activism von Tanja Hester gelesen, in dem es darum geht, wie man sein Geld (und zwar Ausgaben und Investitionen) dafür nutzen kann, die Welt (im kleinen) zu verbessern. Die Autorin beschreibt in dem Buch anhand einer Vielzahl an anschaulichen Beispielen, wie wir als Konsumenten durch Greenwashing an vielen Stellen dazu verführt werden, etwas zu tun oder zu kaufen, was zwar gut klingt oder aussieht, aber tatsächlich gar nicht so gut für die Umwelt ist wie gedacht. Häufig kann durch einen gut gemeinten Kauf oder eine Handlung sogar ein negativer Effekt auf die Umwelt entstehen oder ein anderes Problem (zum Beispiel soziale Ungerechtigkeit, Hunger, Armut, Kinderarbeit, etc.) verschlechtert werden.

Sneaker Jagd Dokumentation

Ein gutes Beispiel davon kann man in der kürzlich veröffentlichten Sneaker-Jagd-Dokumentation sehen: Wer denkt, dass er oder sie noch etwas Gutes tut, wenn die abgelatschten Turnschuhe in den Altkleidercontainer geworfen werden statt in den Hausmüll, der irrt leider gewaltig. Denn fast alle gespendete Kleidung, die nicht in absolutem 1-A-Zustand ist, wird von den Altkleidersammlern in afrikanische Länder exportiert, wo sich für abgelatschte Turnschuhe eben auch nicht unbedingt mehr ein Käufer findet. Statt auf der gut kontrollierten und staatlich überwachten Müllkippe in deiner Stadt landen deine alten Schuhe also höchstwahrscheinlich auf einer gesundheitsgefährdenden Müllkippe (oder sogar einfach am Straßenrand) irgendwo am anderen Ende der Welt.

Wer also denkt, dass es schon okay ist, häufig neue Sneaker zu kaufen, weil man die alten ja immer in die Altkleidercontainer wirft, der liegt wohl falsch. Natürlich heißt das nicht, dass man sich jetzt keine neuen Schuhe mehr kaufen sollte. Aber zumindest sollte man seinen eigenen Konsum nicht durch (faule) Ausreden rechtfertigen und so gut es eben geht hinterfragen. Viele Menschen hinterfragen – neben dem Umweltaspekt – auch nicht immer die tatsächlichen Gründe für Konsum. Oft wird als Belohnung oder einfach aus Langeweile geshoppt.

Meine Vergangenheit als Shopping-Queen

Nur ein Symbolbild

Ich kenne solch ein Verhalten selbst sehr gut. Durch die Corona-Pandemie hat sich mein Shopping-Verhalten noch einmal stark verändert, da ich oft schlichtweg keine Lust habe, mit der Maske viele Stunden durch die Geschäfte zu ziehen und Klamotten anzuprobieren. Aber auch schon davor hatte sich mein Konsumverhalten im Vergleich zur Studienzeit verändert.

Damals bin ich in der freien Zeit zwischen zwei Vorlesungen eigentlich fast immer zu H&M gegangen und habe geschaut, „was es so Neues gibt“. Gerade Fast Fashion Geschäfte wie H&M und Zara sind genau darauf ausgerichtet, immer wieder neue Waren anzubieten. Wenn man Montag dort war, kann es Freitag schon wieder etwas Neues geben. Oder es wurde zumindest umgeräumt, um diesen Eindruck zu erwecken. Ich bin im Studium wirklich oft aus Langeweile einkaufen gegangen, denn die Einkaufsstraße in meiner Studienstadt lag quasi direkt auf dem Weg zwischen verschiedenen Vorlesungen. Und durch die Wegzeit und die verschiedenen Stundenpläne der Fächer, die ich studiert habe, blieb meist auch nicht genug Zeit, zwischen zwei Veranstaltungen noch einmal komplett nach Hause zu fahren. Mehr als genug Zeit aber, um mal kurz 2-3 T-Shirts anzuprobieren…

Ich habe mich in der Hinsicht in den Jahren seit dem Studium definitiv weiterentwickelt und hatte auch einfach nicht mehr so viel Zeit zum Totschlagen. Wenn ich heute irgendwo warten muss, verbringe ich die Zeit meist auf Instagram oder Facebook. Ist jetzt vielleicht nicht unbedingt besseres Verhalten, aber zumindest besser für die Umwelt und den Geldbeutel als Fast Fashion 😉

Meine Gründe für ein No Spend Year

Obwohl ich längst schon nicht mehr so viel einkaufe wie in der Vergangenheit und durch die Corona-Pandemie mein Shopping-Verhalten auch noch einmal stark verändert habe, habe ich noch nicht das Gefühl, besonders bewusst zu konsumieren. Auch in meiner Analyse der Online-Käufe 2020 war doch rückblickend einiges an unnützem Kram dabei. Durch das erneute Lesen dieses Artikels ist mir auch aufgefallen, dass der Föhn, den ich erst im 2. Quartal 2020 gekauft habe, schon wieder kaputt ist. Eigentlich eine Unverschämtheit…

Naja, zurück zum Thema: Ich möchte mir mein Konsumverhalten noch bewusster machen und gleichzeitig mein Leben noch nachhaltiger ausrichten. Ich versuche jedes Jahr kleine Schritte vorwärts zu machen und wieder einen weiteren Aspekt anzugehen und zu verbessern. Nicht-Konsum ist sehr häufig die allernachhaltigste Option, gefolgt von gebraucht kaufen bzw. reparieren und weit vor irgendwelchen grünen Produkten, die möglicherweise nur durch das Marketing grün angestrichen wurden.

Wie bereits erwähnt, geht es mir bei dieser Challenge absolut nicht um den finanziellen Aspekt. Ich möchte nicht noch mehr sparen. Daher habe ich meine Regeln für das No Spend Year auch entsprechend so gewählt, sodass ich aus meiner Sicht heute auf nichts verzichten muss. Mir geht es vor allen Dingen um den Kauf von physischen Dingen, nicht um Konsum an sich. Mal schauen, ob ich meine Regeln am Jahresende als Einschränkung empfunden habe oder nicht und was ich noch zusätzliches über mein Konsumverhalten lernen konnte. Den Zeitraum von einem Jahr habe ich gewählt, um eine ausreichend lange Beobachtungsbasis zu haben. Ich kaufe – völlig aus Zufall – manchmal einen Monat gar nichts neues, sodass dieser Zeitraum definitiv zu kurz wäre.

Welche Regeln gelten für ein No Spend Year?

Es gibt keine festen Regeln für ein No Spend Year. Da die Ziele für ein No Spend Year individuell sind, sind auch die Regeln individuell. Es ist deine Konsumauszeit, also kannst du die Regeln setzen. Für den Erfolg eines No Spend Years sind laut meiner „Literaturrecherche“ in anderen Blogs zwei Faktoren essentiell:

  1. Möglichst genaue Regeln für die verschiedenen Ausgabenkategorien festlegen
  2. Käufe (entgegen der Regeln) nicht als Scheitern auffassen, also nicht zwischendurch aufgeben

Außerdem sollte man alles, was man kauft (insbesondere, wenn es gegen die eigenen Regeln verstoßen hat) möglichst genau dokumentieren, um besser reflektieren zu können. Ich denke, dass es zusätzlich hilft (wie bei allen Vorsätzen), möglichst öffentlich (also gegenüber der Familie und Freunden oder auf Social Media) anzukündigen, was man vorhat. So steigert man den Druck durchzuhalten. Hier sind also meine eigenen Regeln, die ich mir gesetzt habe, um meine persönlichen Ziele für das No Spend Year zu erreichen. Sie sind daher wahrscheinlich nicht als Vorbild oder Inspiration für andere tauglich, da unsere Ziele und unser Konsum sich unterscheiden werden.

Meine Regeln für mein No Spend Year

Erlebnisse (und Postkarten) sind von der Challenge ausgenommen

Ich fange einmal an mit den Ausgabenkategorien, die für mich ausgenommen sind bei meiner No Spend Challenge:

  • Erlebnisse, z.B.
    • Reisen (d.h. Transport, Übernachtungen)
    • Eintrittsgelder (z.B. Kinos, Museen, Zoos)
    • Restaurant- und Barbesuche
  • Transport, z.B.
    • Nahverkehrstickets
    • Taxi
    • Parkgebühren
    • Strom an e-Ladesäulen & Tanken
  • Dienstleistungen, z.B.
    • Friseur, Massage, Reinigung, Liefergebühren
    • Handwerker / Reparaturen, Inspektion, Reifenwechsel
  • Mitgliedsbeiträge / Abos, z.B.
    • Handyvertrag
    • Bücherei
    • Disney+, Netflix
    • digitale Produkte wie z.B.
      • meine Steuererklärungs-Software
      • der Webspace für diesen Blog
      • mein Cloud-Speicher
      • ggf. eine Patreon-Mitgliedschaft oder ein Skillshare-Abo (ich überlege schon länger, ob ich meine Lieblings-Creator auf Patreon unterstütze)
  • Geschenke für andere & Spenden
  • Gesundheitsausgaben, z.B.
    • Zuzahlungen beim Arzt
    • Medikamente & andere notwendige Hilfs- & Verbrauchsmittel
  • Gemeinsame Anschaffungen für den Haushalt (z.B. Möbel, Blumenerde/Samen/Pflanzen für den Balkongarten, Geschirr/Küchengeräte)
  • Postkarten als Souvenir (ich kaufe nie andere Souvenirs, sondern immer nur Postkarten von meinen Urlaubsorten, da ich sie sammle. Das werde ich mir nicht verbieten 🙂 )

Auch ausgenommen von der Challenge sind alle Konsumausgaben für Lebensmittel & Getränke sowie Verbrauchsgüter im Haushalt (z.B. Putzmittel, Backpapier).

Mehr Zurückhaltung bei dm

Im Punkt Drogerieartikel & Kosmetika will ich das No Spend Year mit einer „Aufbrauch-Challenge“ verbinden. Das heißt, ich kaufe in dieser Kategorie erst dann Neues, wenn ich alles Alte aufgebraucht habe. Anfang des Jahres besaß ich kurzzeitig 6 verschiedene Duschgels, von denen zwei fast leer waren, eins halbvoll und 3 noch unbenutzt. Ich will also erst dann wieder ein neues Duschgel kaufen, wenn die vorhandenen alle sind. Gerade bei dm gebe ich durch Impulskäufe immer erstaunlich viel Geld aus, obwohl ich doch nur schnell Ersatz für Produkt X, das gerade alle ist, kaufen wollte…

Was ich gar nicht kaufen werde

  • Kleidung (mein Kleiderschrank ist gut gefüllt)
  • Schuhe (ich habe sowieso viel zu viele und hatte nach dem Schock beim letzten Umzug, wie viele Schuhe ich tatsächlich besessen habe, mir vor 2 Jahren schon selbst die Regel auferlegt, dass ich nur noch dann ein neues Paar kaufen darf, wenn ich ein anderes weggebe)
  • Ohrringe & anderer Schmuck
  • Kunst oder Deko-Artikel inkl. Geschenkpapier (alles zur Genüge vorhanden)
  • Zeitschriften, Zeitungen & Bücher (dafür habe ich ja die Bücherei-Mitgliedschaft und derzeit 10,5 ungelesene Bücher im Regal liegen)
  • Schreibwaren (insb. Notizbücher, von denen ich noch zwei OVP zuhause liegen habe)
  • Werkzeuge (kann man eigentlich immer ausleihen)
  • Spiele & Puzzle (ich werde versuchen, meine drei vorhanden 1000-Teile-Puzzle mit jemandem gegen neue Motive zu tauschen)
  • Sammlerstücke oder physische Investments
  • Neue Elektrogeräte und Zubehör, außer als Ersatz für defekte (hier denke ich insbesondere an eine neue Handyhülle, falls meine schon etwas lädierte bald auseinanderbricht)

Spezialfälle: meine Hobbys

In zwei Kategorien fällt es mir am schwersten, die Regeln so zu formulieren, dass ich meine Ziele für das No Spend Year damit erreiche, aber mich gleichzeitig nicht unnötig einschränke. Ich backe sehr gerne und habe in der Vergangenheit häufig im Supermarkt ein paar Backzutaten (z.B. Lebensmittelfarben) bzw. Dekorationsartikel (z.B. bunte Zuckerstreusel, Marzipanblumen, Nusskrokant) mitgenommen, wenn diese vom Supermarkt (z.B. nach der Weihnachtssaison) aussortiert und damit stark reduziert wurden. Ein ganzes Schrankfach in der Küche ist daher vollgestopft mit Backzutaten und Backzubehör wie Springformen oder Plätzchenausstechern. Für mein No Spend Year habe ich mir vorgenommen, keine solchen Spontankäufe von Zutaten oder Zubehör zu tätigen. Ich werde nur dann zusätzliche Backzutaten kaufen, wenn ich ein spezifisches Rezept backen bzw. dekorieren möchte.

Außerdem führe ich gerne immer wieder kleine DIY-Projekte und Heimwerkerarbeiten durch. Daher besitze ich inzwischen einige Farben und Lacke, sowie Pinsel und anderen Kram wie Schmirgelpapier oder Möbelgriffe. Ich denke, dass ich zur Fertigstellung meiner aktuellen Projekte (zwei Nachttische lackieren) noch genug Farbe besitze, um ohne neue Käufe auszukommen. Falls ich im Laufe des Jahres 2022 ein neues Projekt starten will und dafür noch nicht alle Materialien besitze, würde ich mir mein Hobby natürlich trotzdem nicht verbieten. Ich werde aber in dieser Kategorie ganz genau dokumentieren, ob und wenn ja, was ich gekauft habe.

Dokumentation

Die Dokumentation aller (trotzdem getätigter) Käufe und der Beweggründe dafür ist ein wichtiger Teil der Challenge. Denn nur so kann man währenddessen und in der Rückschau wirklich gut reflektieren. Starten werde ich die Reflektion im nächsten Artikel mit einem Rückblick auf meine Online-Shopping-Käufe 2021 (wie es auch das Sparhörnchen wieder gemacht hat). Ergänzen werde ich den Blick zurück um die Liste an Dingen, die ich (Achtung, Spoiler!) im ersten Monate meines No Spend Year bereits gekauft habe. Was denkst du: Habe ich meine eigenen Regeln dabei eingehalten oder nicht?

Hast du auch schon einmal eine Konsumauszeit genommen? Welche Beweggründe hattest du für deine No Spend Challenge? Welchen Zeitraum hast du dir vorgenommen? Hast du es „geschafft“ und deine Ziele erreicht? Was hast du (über dich) gelernt?

10 Replies to “Was ist ein No Spend Year? // Gründe für eine Konsumauszeit”

  1. Hallo Jenny,
    ich finde das eine super Sache. Du hast absolut recht – egal wie grün und nachhaltig etwas klingt, meist ist es dennoch für den Planeten besser, etwas nicht zu kaufen oder sich etwas Gebrauchtes zu besorgen.

    Wir sind seit Jahren auch extrem bewusst unterwegs was nicht-essbare Einkäufe angeht. Für uns hat sich das sehr befreiend angefühlt. Plötzlich schaut man nicht mehr was man sich als Nächstes kaufen könnte. Das gibt auch sehr viel Recherche-Zeit und Gedankenkapazität zurück… Wenn ich denke, wie oft ich bei technischen Geräten stundenlang verglichen habe, und am Ende war ich meist irgendwie doch nicht zufrieden und vollkommen glücklich mit seinem Kauf… Und eigentlich geht es doch genau darum, wenn man Geld für etwas nicht Lebensnotwendiges ausgibt 😀 von dem her ist Nicht-Konsum für mich auch ein riesengroßer Schritt in Richtung mehr Zeit, Glück und Lebensqualität.

    LG Patrick

    1. Hallo Patrick,
      ja, das kenne ich! 2021 habe ich echt viel Recherche in verschiedene Käufe gesteckt und bin am Ende doch nicht wirklich zufrieden mit ihnen. Das ärgert mich dann doppelt.
      Das ist aber auch einfach mein Naturell, Dinge erst einmal gründlich zu recherchieren 🤷🏼‍♀️
      Mal schauen, ob diese Gewohnheit dieses Jahr tatsächlich zu mehr Zeit für anderes führt oder ob ich die Recherche für die Dinge, die ich kaufe (Reisen, Dienstleistungen) dann unabsichtlich intensiviere?
      Viele Grüße
      Jenni

  2. Hallo Jenni,

    ein sehr interessanter Beitrag. Vor allem, weil mir die Bezeichnung „No Spend Year“ bis dato neu war. Wieder etwas gelernt 😉

    Entsprechend habe ich in diesem Bereich noch keine Vorkenntnisse. Glücklicherweise bin ich schon immer etwas sparsamer unterwegs und trage besonders Kleidung sehr lang oder nutze Gegenstände, bis sie den Geist aufgeben. Dennoch ist dein Beitrag ein toller Anreiz, das eigene Konsumverhalten noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

    Viele Grüße
    Manuel

    1. Hallo Manuel,
      das freut mich, dass es für dich ein guter Impuls war. Falls du in der Reflektion neue Ansätze entdeckst, teile sie doch gerne hier! Ich finde, man kann von anderen immer viel lernen 🙂
      Viele Grüße
      Jenni

  3. Hallo Jenni,

    wír haben bereits im vergangenen Jahr 2021 ein No-Spend-Year eingelegt.
    Dinge, die nicht unbedingt nötig waren, wurden nicht gekauft. Das hat in 80%-85% der Fälle sehr gut geklappt. Am meisten hat mich überrascht, wie schnell ich mich daran gewöhnt habe. Mir hat absolut nichts gefehlt. Noch spannender ist, dass meine Kinder sich dem unbewusst angeschlossen haben. Beide – sie sind 16 und 13 – haben ebenfalls ein (ungeplantes) No-Spend-Year hingelegt und mittlerweile eine ordentliche Summe (Taschengeld und Geschenke) auf dem Konto. Da sagt noch mal einer dass Vorbild sein nicht wichtig ist.
    Während ich im letzten Jahr meinen Kleiderschrank nach der Aussortieraktion 2020 durch ein paar Second-Hand-Käufe optimiert habe, möchte ich in diesem Jahr keine Kleidung kaufen, außer etwas geht kaputt und muss wirklich dringend ersetzt werden, weil ich davon nur ein oder zwei Teile habe (Bikini oder meine Flip Flops, die bereits ein paar Jahre alt sind). Bücher, meine große Leidenschaft, möchte ich ebenfalls gar nicht kaufen, dafür habe ich aber auch zwei Bücherei-Auweise für die kleine Stadtbibliothek im Nachbarort und die große in Stuttgart.
    Auch den Urlaub haben wir runter reduziert, ein großer im Sommer. Das Geld für Schottland in Pfingsten müssen wir nebenbei „verdienen“. Durch Plasmaspenden, Verkauf nicht benötiger Sachen, Geschenke etc. Nicht weil wir es uns nicht leisten können, einfach als „Challenge“
    Ich bin schon jetzt auf Dein Fazit am Ende des Jahres gespannt. Mir ist in diesem vergangenen Jahr bewusst geworden, was Konsum bezweckt und was er nicht leisten kann.
    Liebe Grüße
    Julia

    1. Hallo Julia,
      das finde ich echt cool, dass deine Kinder sich unbewusst angeschlossen haben – da sieht man wirklich mal, wie viel Einfluss Vorbilder haben. Was waren denn im vergangenen Jahr die Kategorien bei dir, wo es nicht 100% geklappt hat wie geplant? Und wo ist es dir besonders leicht gefallen?
      Mir wird es definitiv schwer fallen, keine Bücher zu kaufen, auch wenn es da mit der Bücherei und dem riesigen Bücherregal meiner Mama eigentlich die besten Alternative zum Kauf gibt. Wahrscheinlich versteckt sich dahinter eine Art Aspirational Spending…
      Viele Grüße
      Jenni

  4. Servus,
    spannende Sache, ich selbst konsumiere wenig, aber so ein ganzes Jahr wäre mir dann doch nichts. Interessant finde ich Netflix und Co. Ich hatte dazu auch mal geschrieben, dass man heute weniger Dinge braucht, weil vieles prima digital ist. Mit Netflix brauchste schonmal keine DVDs oder Blurays kaufen. 🙂
    In jedem Fall viel Erfolg.

    Gruß
    Andy

    1. Hallo Andy,
      das stimmt auf jeden Fall! Wobei ich persönlich nie Videos (VHD oder DVDs) gekauft habe, dafür aber als Jugendliche einige CDs, insbesondere Singles, weil ich mir die im Gegensatz zu den Alben öfter leisten konnte. Kann ich mir heute irgendwie gar nicht mehr vorstellen, dass ich echt mal Geld für einzelne Songs ausgegeben habe! Die blöden Remixe, die auf den Singles noch drauf waren, konnte man sich ja echt sparen. Dann kam aber auch schnell die illegalen Tauschbörsen auf, sodass man sich seine Musik immer von irgendwem organisieren konnte. Da ist Streaming heute natürlich tausendmal komfortabler!
      Viele Grüße
      Jenni

  5. Liebe Jenny,
    ich finde, ein No Spend Year ist eine große Herausforderung! Toll, dass Du Dich ihr stellst.
    Als Studentin war Einkaufen für mich auch eine normale Freizeitbeschäftigung. Jedes Wochenende habe ich in den Einkaufsstraßen und -passagen verbracht – und dabei letztlich viel Zeit und Geld verschwendet. Die meisten Schuhe und Klamotten, die ich währenddessen gekauft habe, habe ich nur selten angezogen. Rückblickend denke ich auch, dass ich die Zeit viel besser mit anderen Aktivitäten hätte nutzen können. Zum Glück habe ich daraus gelernt 🙂
    Bin schon gespannt zu lesen, wie es Dir im Laufe des Jahres mit der Shoppingdiät ergeht!
    Liebe Grüße
    Rebecca

    1. Hallo Rebecca,
      schön, dass ich mit dieser Erfahrung / Vergangenheit nicht allein bin 😉 Bisher geht es mir sehr gut mit meinem No Spend Year. Vor einigen Wochen habe ich geträumt, dass ich mir aus Versehen zwei paar Ohrringe gekauft habe und dann erst im Nachhinein mich wieder an mein No Spend Year errinnert habe. Zum Glück musste ich selbst im Traum darüber lachen. Bisher habe ich jedenfalls auf nichts verzichtet und nur einmal gemerkt, wie ich aus Langeweile und Gewohnheit in einen Klamottenladen zum „bummeln“ steuern wollte. Habe dann mit der zusätzlichen Zeit stattdessen einen Spaziergang nach Hause gemacht statt den Bus zu nehmen.
      Viele Grüße
      Jenni

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