Brauchst du noch eine Girocard? // Bye Bye EC-Karte, hallo Debitkarten

Lesezeit: 7 Minuten

Durch die von meiner Bank, der DKB, angekündigten Änderungen bei ihren Karten-Preismodellen habe ich mich in den letzten Wochen intensiver damit beschäftigt, welche Alternativen es gibt. Eine neue Kreditkarte für Reisen habe ich bereits gefunden. Doch neben der Preiserhöhung bei den Kreditkarten gibt es ab Januar noch weitere Änderungen. Für Neukunden wird auch die Girocard Gebühren kosten, stattdessen werden alle Kunden eine VISA Debitkarte erhalten. Für Bestandskunden soll die Girocard allerdings erst einmal kostenlos bleiben. Aber wer weiß, wie lang? Ich habe mir die neue Preisstruktur jedenfalls zum Anlass genommen, einmal darüber nachzudenken, ob ich im Fall des Falles überhaupt noch eine Girocard bräuchte.

Die Girocard, auch bekannt als EC-Karte

Die Girocard, häufig auch noch unter ihrem alten Namen EC-Karte, ist die am weitesten verbreitete Karte in Deutschland. Über 100 Millionen dieser Karten sind laut Betreiber derzeit im Umlauf. Kreditkarten gibt es in Deutschland nicht einmal halb so viele. Jeder Händler, der generell Kartenzahlung akzeptiert, akzeptiert Girocard-Zahlungen. Nicht alle jedoch akzeptieren Kreditkarten als Zahlungsmittel. Das liegt daran, dass die Gebühren, die Händler bei Kartenzahlung zahlen müssen, bei der Girocard (ca. 0,2-0,3%) deutlich niedriger sind als bei den Kreditkarten von Visa und Mastercard (ca. 1-3%).

Wie ich persönlich meist bezahle: per NFC mit dem Smartphone

Ich persönlich zahle so gut wie nie bar und inzwischen am liebsten kontaktlos mit dem Handy. Die Authentifizierung bei Google erfolgt komplett über das Handy. Das heißt, sobald das Telefon entsperrt ist (bei mir per Fingerabdruck), kann ich auch bezahlen – ohne noch einmal separat eine PIN eingeben oder mich noch einmal per Fingerabdruck identifizieren zu müssen. Maximal praktisch, finde ich! Welche Art von Karte dabei in meinem Google Pay Wallet hinterlegt ist, ob eine Kreditkarte, Debitkarte oder Girocard, ist mir dabei prinzipiell egal.

Welche Nachteile hat die Girocard?

Nicht kompatibel mit Google Pay & nur bei wenigen Sparkassen Apple Pay fähig

Ganz so egal ist die Karte im Google Wallet in der Realität aber dann doch nicht. Beim Bezahlen mit dem Smartphone erlebt man nämlich schon einen Nachteile der Girocard: Aktuell lassen sich (fast) keine Girocards bei Google Pay oder Apple Pay integrieren. Nur einige wenige Sparkassen ermöglichen ihren Kunden das bisher. Alle anderen Banken bieten keine Integration der Girocard in die Mobile Payment Lösungen. Für das Bezahlen mit dem Smartphone braucht man also generell eine Debit- oder Kreditkarte von Visa oder Mastercard, da die Girocards der allermeisten Banken dieses Feature (noch) nicht unterstützen. Für mich ein großer Nachteil der Girocard.

Nicht wirklich E-Commerce fähig

Die Girocard kann man auch bei Onlinehändlern nicht direkt als Zahlungsmittel nutzen, wie dies bei Kreditkarten möglich ist. Meist werden aber von Händlern viele verschiedene Zahlungsmethoden angeboten, z.B. Sofortüberweisung bzw. giropay / paydirect, bei denen man das Geld direkt vom Girokonto an den Händler überweist. Auch bei Paypal oder Klarna kann man sein Girokonto als Zahlungsquelle hinterlegen, sodass man nicht zwingend eine zusätzliche Kreditkarte benötigt, um im Internet zu shoppen. Zur Not bieten Händler meist auch Vorkasse an und viele auch den Kauf auf Rechnung. Das ist zwar dann vielleicht etwas unkomfortabler, aber definitiv noch kein zwingender Grund, unbedingt eine Kreditkarte zu besitzen. Für mich ist dieser Nachteil kaum relevant, da ich im Internet sowieso meist mit Paypal zahle. Dann habe ich auch direkt den Käuferschutz dabei, falls mal etwas schiefgeht.

Weltweit bezahlen nur durch Co-Badge möglich

Geht man auf Reisen, erkennt der Payment-Insider einen weiteren Nachteil der Girocard. Denn das Bezahlen im Ausland ist mit dieser Karte nur auf Grund eines sogenannten „Co-Badge“ möglich. Die deutschen Girocards haben meist das „Maestro“ Co-Badge von Mastercard und können dadurch tatsächlich weltweit zum Bezahlen genutzt werden. Weniger verbreitet ist das „V PAY“ Co-Badge von Visa, mit dem sich immerhin in ganz Europa zahlen lässt. Als Konsument können uns diese technischen Feinheiten eigentlich egal sein: Hauptsache man kann auch im Ausland wie gewohnt per Karte zahlen, oder? Prinzipiell richtig, aber…

Mastercard hat allerdings gerade angekündigt, dass sie das Maestro-System in den nächsten Jahren auslaufen lassen werden. Es wird vermutet, dass auch Visa ebenfalls bald ankündigen wird, V PAY einzustellen. Ohne diese Co-Badges wäre die Girocard im Ausland dann nutzlos. Die Aufregung in der Bankenbranche ist also gerade groß, auch wenn das tatsächliche Ende von Maestro noch einige Jahre hin ist. Es wird vermutet, dass Mastercard sich zu diesem Schritt entschlossen hat, um die eigenen Debit- und Kreditkarten zu stärken. Tatsächlich setzen inzwischen bereits viele Direktbanken wie die DKB, die comdirect oder die ING auf VISA-Debitkarten als ihr Standardprodukt („top of wallet“) zum Girokonto, statt der „klassischen“ Girocard.

Braucht man die Girocard überhaupt noch?

Wenn man sich die ganzen Nachteile der Girocard anschaut, dann kann man sich tatsächlich fragen, ob man überhaupt noch eine benötigt. Denn im alltäglichen Gebrauch kann eine Debitkarte von Visa oder Mastercard mehr (z.B. Google Pay Integration, Möglichkeit zum direkten Zahlen in Online Shops) und für Reisen ist sowieso eine echte Kreditkarte oft die bessere Option, da diese auch Pre Authorizations ermöglicht, die man oft in Hotels oder bei Autovermietungen benötigt.

Doch die Girocard hat einen ganz entschiedenen Vorteil gegenüber den Karten von Visa und Mastercard: Sie wird in Deutschland einfach deutlich häufiger von Händlern akzeptiert, weil für diese die Gebühren so viel niedriger sind. Wie häufig passiert mir das in meinem Leben eigentlich, dass keine Kreditkarte, sondern nur die Girocard akzeptiert wird?

Wo ich 2021 mit Girocard bezahlen musste

Ich habe für dieses Jahr meine Kontoauszüge durchforstet, um herauszufinden, wie häufig ich gezwungen war, mit der Girocard zu bezahlen, weil Kreditkarten nicht akzeptiert wurden. In Summe haben Christoph und ich ca. 1.000 Euro mit der Girocard bezahlt.

Ärzte

Der Großteil dieses Betrags entfiel auf Zahnarztrechnungen von Christoph (560,75€ über drei separate Rechnungen). Mein Zahnarzt akzeptiert neben Bargeld auch nur Girocard-Zahlungen. Aber zum Glück darf ich auch einfach die Rechnung mitnehmen und dann per Überweisung bezahlen. Das ist vielleicht auch bei seiner Zahnärztin eine Option, die wir bisher nicht genutzt haben.

Bäcker

Auch sonst befinden sich unter den Nur-Girocard-Akzeptanzsstellen viele „übliche Verdächtige“. Zum Beispiel unser Lieblingsbäcker mit Café hier um die Ecke sowie ein weiterer Bäcker in einer anderen Stadt, bei dem wir öfter einkaufen. In Summe sind hier bis Anfang November 122,95€ zusammengekommen. Die Beträge pro Einkauf sind zwar meist klein, sodass man auch gut mit Bargeld bezahlen könnte. Aber da wir recht regelmäßig am Wochenende dort unsere Brötchen holen, müssten wir ohne Girocard immer für ausreichend Bargeldnachschub im Haus sorgen. Einmal haben wir für ein Sonntagsfrühstück mit Christophs Familie dort auch große Frühstücksboxen abgeholt, die insgesamt 64€ gekostet haben. Da hätten wir vorher definitiv bei der Bank vorbeigemusst, um Geld abzuheben, wenn wir keine Girocard zur Verfügung gehabt hätten.

Eine der leckeren Frühstücksboxen, die wir mit Girocard bezahlen mussten

Ämter

Weitere Klassiker auf der Liste der Kreditkarten-Ablehner: Ämter und andere öffentliche Einrichtungen wie das Bürgeramt Frankfurt (30€), der Opel-Zoo bei Frankfurt (31€) oder die Stadt Koblenz, wo ich auf einer Dienstreise keine 4,50€ in Münzen dabei hatte, um den Parkschein zu bezahlen und so auf die Girocard angewiesen war. Wahrscheinlich hätte es dort auch eine „Handy-Parken“ Option gegeben, aber das neu einzurichten dauert etwas länger als schnell die Girocard in den Parkautomaten zu stecken.

Werkstätten

Drei weitere Händler haben uns dieses Jahr ebenfalls zu einer Girocard-Zahlung gezwungen: Eine Apotheke in Frankfurt (auch hier hatte ich – mal wieder – nicht genug Bargeld für die 5,85€ Zuzahlung), der Reparaturbetrieb für meinen Roller (123€) und das Trigema Outlet in Pfronten (90,50€). Gerade die letzten beiden Einkäufe hätte ich persönlich – als Alternative zur Girocard – nicht so gerne bar bezahlt, die die Beträge vergleichsweise hoch waren.

Ich habe meist sehr wenig Bargeld bei mir und zahle eigentlich nur „im Notfall“ damit. In Summe habe ich dieses Jahr bis Anfang November erst 680€ Bargeld abgehoben bzw. ausgegeben. Doch gerade letzte Woche ist dieser Betrag sprunghaft um fast 50% angestiegen. Die Werkstatt, die mein Auto nach einem Parkschaden mit Fahrerflucht (vielen Dank übrigens!) repariert hat, akzeptierte für die Zahlung meines 300€ Selbstbehalts auch nur Bargeld oder die Zahlung mit der Girocard vor Ort in der Werkstatt. Werkstätten scheinen eine Bastion der Girocard zu sein 😉

Warum ich nicht gerne bar zahle

Ich zahle nicht gerne in bar, da ich dann einfach keinen guten Überblick habe, wohin das Geld verschwunden ist. Daher habe ich auch meist nur sehr wenig Bargeld im Portemonnaie. Das sieht man ja auch an den zwei Girocard-Benutzungen in Höhe von jeweils knapp 5€. Hier wollte ich, dass es schnell geht, statt vor dem Zahlen nochmal einen Geldautomaten suchen zu müssen.

Auf manche der Ausgaben, wie z.B. beim Bürgeramt oder in der Rollerwerkstatt, hätten wir uns theoretisch vorbereiten können. Da wäre es möglich gewesen, vorher einfach noch einmal Bargeld zu holen. Aber dass der Zoo oder ein Outlet keine Kartenzahlung, außer mit der Girocard, akzeptiert, das hat mich dann doch überrascht.

In Summe finde ich es aktuell schon noch wichtig, eine Girocard als „Backup“ dabei zu haben, falls keine Kreditkarten (bzw. VISA/Mastercard Debitkarten) akzeptiert werden. Alternativ dazu könnte ich nur meine Bargeldbestände dauerhaft aufstocken, was ich aber nicht so gut finde, da ich so einfach weniger Überblick habe, wo das Geld hingeht. Ich bin daher froh, dass die Girocard für DKB-Bestandskunden erst einmal kostenlos bleiben wird. Und bis sich das ändert haben hoffentlich auch alle Bäcker und Ämter ihre Kartengeräte so umgestellt, dass man auch mit den neuen VISA und Mastercard Debitkarten bzw. Kreditkarten bezahlen darf. Allzu viel Hoffnung mache ich mir im Land der Bargeldliebhaber allerdings nicht, dass dieser Wandel besonders schnell von Statten geht.

Wie bezahlst du im Alltag hauptsächlich? Bar? Mit Girocard? Per Debitkarte von Visa/Mastercard? Mit Kreditkarte? Am liebsten kontaktlos? Mit Google Pay oder Apple Pay? Hast du immer ausreichend Bargeld dabei, falls Kartenzahlungen nicht akzeptiert werden? Gab es schon Situationen, wo du Probleme bekommen hast, weil Kartenzahlung nicht akzeptiert wurde oder gerade kaputt war?

P.S.: Wer sich für das Thema Payments interessiert, der hat sicherlich auch bereits von EPI, der European Payment Initiative, gehört. Hier ein interessanter Podcast zu dem Projekt, das eine Alternative zum Maestro-Co-Badge sein könnte, aber derzeit stark auf der Kippe steht.

16 Replies to “Brauchst du noch eine Girocard? // Bye Bye EC-Karte, hallo Debitkarten”

  1. Hallo,

    ich habe meine Girocard deaktiviert – wegen Nicht-Benutzung und Wallet-Minimalismus. Entweder Visa oder Bargeld (dann mit der DKB Visa).

    Meine Frau benutzt ihre Girocard dagegen gelegentlich, hauptsächlich Tierarzt, Arzt(Igel) und lokale Geschäfte wie Optiker oder Buchladen akzeptieren (noch) keine Kreditkarte. Das wird sich sicher perspektivisch ändern wenn angesicht der fehlenden Perspektive.

    1. Ärzte sehe ich derzeit tatsächlich als größtes Problem für einen vollkommenen Abschied von der Girocard. Da kommen ja auch schnell mal Summen über 100€ zusammen, die ich mit Bargeld einfach nicht spontan bezahlen kann. Hoffentlich kommt hier schnell ein Wandel. Corona hat immerhin die Kartenzahlung an sich deutlich verbreiteter gemacht, sogar bei kleinen Läden auf dem Land, wo ich mir vorher nie hätte vorstellen können, dass die jemals „freiwillig“ Kartenzahlung einführen werden. Ich bin gespannt, ob die Dynamik auf Bankseite (hin zu Visa Debit) auch auf der Akzeptanzseite nochmal zu Veränderungen führt.

  2. Moin Jenni, wir nutzen seit Sommer ausschließlich eine Debit Card. Für eine Maestro Karte sind bei Consors 1 Euro pro Monat fällig. Für den seltenen Fall der Nichtakzeptanz habe ich in einem separaten Fach einen Not-Fuffi im Portemonnaie. Dieser rentiert dementsprechend mit 12/50 = 24% p.a. (effektiv sogar noch darüber 😉

    1. Hallo Georg,
      das ist eine interessante Idee, mit dem separaten Fach, Danke! Wenn ich Geld im Portemonnaie habe, ist es gefühlt auch irgendwie schnell wieder weg (deswegen vermeide ich diese Situation ja auch). Aber separat, quasi vor sich selbst versteckt, das ist vielleicht auch eine Option, die für mich funktioniert 🙂 zumindest die Apotheke und den Bäcker kann man so im Notfall bezahlen.
      Viele Grüße
      Jenni

    2. Ich habe auch immer einen Not-Fünfziger im Geldbeutel. Und habe gerade meine nicht genutzte Comdirect Kreditkarte gekündigt, da ich mittlerweile 1,90 € im Monat dafür zahlen muss und dafür das ich sie nicht bzw kaum nutze ist es doch zu teuer. Ich verwende hauptsächlich die DKB Kreditkarte über Apple Pay und die Amazon Visa Karte für Online-Einkäufe. Falls ich doch mal EC-Karte brauche, dann nehme ich die von der Comdirect her. 🙂

  3. Ich zahle fast alles mit der Visa. Aber hin und wieder braucht es halt doch die Girocard, z.B. im Restaurant. Noch werde ich die Girocard weiter mit schleppen.

    1. Ich habe sie auch weiterhin dabei, solange sie gratis ist. Aber wenn Kosten anfallen würden, wäre ich nicht bereit, diese zu zahlen, denke ich. So oft braucht man sie dann ja doch wieder nicht!

  4. Hallo Jenni,

    ich mache einen weiten Bogen um Google Pay oder andere „neuartige“ FinTechs (z.B. Paypal). Das sind die größten Tracker, die es gibt. Ich habe einen Vertrag mit meiner Bank und vielleicht mit dem Geschäft, wo ich einkaufe. Warum sollte ich noch weitere Firmen in den Kaufprozess involvieren? Du denkst so viel über Geld und sparen nach. Hier ist auch ein Ansatz. Jeder in der Kette will Geld verdienen. Die Zwischenhändler spare ich mir, die von dem Kaufpreis ihre Prozente abzweigen und dem lokalen Händler noch weniger Geld übrig lassen oder die Preise hochtreiben, so dass er noch weniger konkurrenzfähig ist. Noch dazu werden die Daten von den Zwischenhändlern an zig Firmen weiter verkauft. Paypal listet über 300 Firmen auf. Das geht niemand etwas an, was ich kaufe, wo ich kaufe, wann ich kaufe. Die „neue“ Art zu bezahlen halte ich für sehr dystopisch…

    Hier ein paar kleine niederschwellige Ratgeber:
    https://mobilsicher.de/ratgeber/google-pay-mobile-geldboerse-oder-globale-kreditauskunft
    https://mobilsicher.de/videos/3-argumente-gegen-den-bezahldienst-google-pay

    1. Hallo Jens,
      danke für deinen Kommentar und deine Meinung. Ich sehe das mit dem „Daten verkaufen“ nicht so negativ. Produkte und Services und ja, auch Werbung, kann nur besser werden, wenn die Firmen mehr über ihre Kunden erfahren. Solange ich dafür auch einen Mehrwert bekomme (z.B. Convenience) bin ich auch bereit, dafür etwas zu geben.
      Große Internetkonzerne wie Google und Facebook wissen auch bereits dann viel über dich, selbst wenn du die Angebote gar nicht selbst nutzt, sondern nur Freunde/Bekannte von dir. Ich glaube nicht, dass es Sinn ergibt, sich dauerhaft „verstecken“ zu wollen. Aber natürlich ist jedem selbst überlassen, welche Angebote er oder sie nutzt 🙂
      Viele Grüße
      Jenni

      1. Klar wissen die Konzerne etwas über andere Leute. Das kann ich leider nicht ändern. Ich muss aber nicht aktiv dazu beitragen und hier noch mehr Futter liefern. Und wenn du siehst, wie schlampig die mit den Daten umgehen, bin ich doch lieber bei einer richtigen Bank und nicht bei N26 oder bezahle über Apple oder Google. Vergleiche mal die Datenskandale Bank vs. Fintech. Ich möchte nicht, dass meine Daten deshalb im Netz frei verfügbar sind, weil sie 1. irgendwo eingesammelt sind und 2. schlecht gesichert. Aber klar, der Mensch ist faul und convenience zieht immer.

        Wenn du wüsstest, was die Daten Wert sind, wölltest du auch etwas von dem Geld haben, das sie mit DEINEN Daten verdienen. Das ist wie, als würde ich auf deiner Webseite Werbung schalten und dafür das Geld einsammeln, während du mit deinen Beiträgen die Nutzer anlockst. ;o)

        1. Genau so funktionieren 95% der Werbeanzeigen im Internet 😉 Denn fast keine Webseite sucht sich seine Werbepartner wirklich selbst. Die meisten melden sich einfach bei einem Display Network wie Google oder financeAds an und geben somit freiwillig einen Teil der eigenen Werbeeinnahmen ab für den Service, nicht auch noch selbst Werbepartner für die Banner suchen zu müssen, mit diesen verhandeln zu müssen und die ganze technischen Abbildung hinbekommen zu müssen. Auch hier: Convenience 😉

    2. Viele sind ja auch immer noch der Meinung Bargeld wäre für die Händler günstiger, da sie bei Kartenzahlungen ja Gebühren zahlen müssten.
      Dem ist aber nicht so. Bargeld ist oft teurer. Immerhin muss das Geld ja auch irgendwie auf das Konto der Händler gelangen. Transport, Sicherheit und zusätzliche Bankgebühren sind hier oftmals teurer als Gebühren für Kartenzahlungen.
      Man tut den Händlern also oft sogar einen Gefallen, wenn man bargeldlos bezahlt.

      1. In der Tat! So ist ja auch die Idee mit dem „Geldabheben an der Supermarktkasse“ entstanden. Denn alles Bargeld, was am Ende des Tages nicht mehr in der Kasse liegt, spart den Supermärkten Kosten.
        Viele Grüße
        Jenni

  5. Das leidige Thema Girocard…
    Innerhalb Deutschlands eigentlich die perfekte Zahlkarte, immerhin wird sie fast überall (bis auf ein paar Sumups o.ä. wenn es kein CoBadge gibt) dort akzeptiert wo Kartenzahlung überhaupt möglich ist. Trotzdem fehlen bei vielen Banken Push-Nachrichten oder Vormerkungen im Onlinebanking, sodass man hier keinen Echtzeit-Überblick über den aktuellen Kontostand hat.
    Daher sind mir die Zahlkarten von Fintechs eigentlich lieber, da ich gerne den Überblick behalte. Außerdem kann ich mit den angebotenen Kreditkarten auch problemlos online, im Ausland oder mit Apple Pay bezahlen.
    Bis vor knapp 1,5 Jahren war ich mit einem kostenfreien Girokonto bei der Commerzbank und hatte dort nur eine Girocard und zusätzlich eine virtuelle MasterCard für Apple Pay. Ergänzt durch eine Barclaycard Visa.
    Dann bin ich auf bunq gestoßen und das angebotene Gesamtpaket aus mehreren Konten und Karten hat mir sehr gefallen. Allerdings gab es hier nur MasterCard und Maestro. Reicht zwar für vieles, aber nicht für alles. Also blieb die Commerzbank als Backup, falls doch mal eine Girocard gebraucht wurde.
    Dann kam im April die angekündigte Preiserhöhung der Commerzbank und ich bin zur örtlichen Sparkasse gewechselt, da hier die Kontoführung günstiger sein würde und die nächste Filiale auch besser erreichbar wäre. Nach 2,5 Monaten kam hier aber auch eine Preiserhöhung und es wäre teurer gewesen als bei der Commerzbank. Also wieder weg hier.
    Die Commerzbank war zum Glück noch nicht gekündigt und noch kostenlos, weil ich der Preisanpassung nicht zugestimmt hatte.
    Da bunq aber auch ständig Leistungen strich, Gebühren einführte oder erhöhte, wollte ich hier den Schlussstrich ziehen.
    Durch Zufall bin ich auf C24 (Bankableger von Check24) gestoßen und teste seitdem das teuerste Konto (9,90€/Monat) für 12 Monate kostenlos und bekam noch 100€ Prämie für die Eröffnung. Seitdem ich da bin, wurden Leistungen verbessert und auch eine Girocard eingeführt (mit Push-Nachrichten und Pin-Wahl über die App).
    Somit habe ich für mich eigentlich die perfekte Bank gefunden: deutsche IBAN, mehrere Konten zur Budgetierung, Kreditkarte und Girocard. Die Girocard wird nur dann genutzt, wenn Kreditkarte nicht akzeptiert wird (bei Zahlungen mit der MasterCard gibt es noch Cashback). Aber ich habe immerhin die Möglichkeit eine zu nutzen.
    Vielleicht kann ich dann endlich mal alles auf eine Bankverbindung verschlanken.

    1. Ich finde tatsächlich das Feature mit mehreren Konto / Töpfen für verschiedene Sparziele sehr interessant. Das bieten heute noch kaum Banken an, nur die Neobanken wie C24, Vivid oder N26. Am Ende setzen viele Banken einfach darauf, dass den Kunden das häufige „Umziehen“ zu aufwändig ist.

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