Was fehlt dir in der Diskussion um Finanzen? // Ich-Zentrierung vermeiden

Lesezeit: 7 Minuten

Keiner meiner Artikel wurde in den Tagen direkt nach der Veröffentlichung bisher mehr gelesen als meine Beobachtungen zum Ende der deutschen FIRE-Bewegung (falls es diese überhaupt jemals gab) und der zunehmenden Kommerzialisierung der Finanzblog-Szene in Deutschland vor zwei Wochen. Die anschließenden Reaktionen (z.B. von Andy/fuseboroto und Matthias/getmad), Kommentare und Diskussionen fand ich unglaublich bereichernd für mich persönlich. Sie haben mich viel zum Nachdenken gebracht.

Ich habe mich zwischendurch ein wenig missverstanden gefühlt, aber ich glaube, es ist andersherum: Ich habe noch nicht geschafft, das auszudrücken, was ich eigentlich sagen wollte. Und vielleicht konnte ich es vor zwei Wochen auch noch gar nicht sagen, weil diese Gedanken erst jetzt wirklich „spruchreif“ sind in meinem Kopf.

Vergessen wir für heute einmal den Aspekt der zunehmenden Kommerzialisierung der Finanzblog-Szene. Hier habe ich aus meiner Sicht alles gesagt, was ich sagen wollte. Ich habe mich vor zwei Wochen gut in Schwung geschrieben und damit auch entsprechend zugespitzt. Das hat einige Reaktionen erzeugt, aber darum geht es mir gar nicht wirklich.

Was mich stört, ist nicht was inzwischen alles vorhanden ist (Affiliate-Links, Werbung für Online-Kurse & eBooks oder andere Online Einnahmequellen), sondern was fehlt. Einen auf’s Geld verdienen ausgerichteten Finanzblog zu kritisieren ist in gewisser Weise „leichte Beute“. Doch mit der kommerziellen Ausrichtung hat der gedankliche Fokus auf „mehr“ gar nicht unbedingt etwas zu tun. Mir geht es darum, dass man sein persönliches „genug“ kennt und entsprechend danach handelt.

Versuch einer Einordnung

Ich würde behaupten: Alle Finanzblogger haben das Ziel, ihr Vermögen zu vermehren. Ich natürlich auch. Daran sehe ich auch absolut nichts verwerfliches. Dieses Ziel steht bei manchen Bloggern mehr und mal weniger im Fokus. Andere Ziele oder Interpretationen überwiegen zum Teil. Mit unterschiedlichem Elan werden Einkommensmaximierung, Ausgabenminimierung, Renditemaximierung sowie Spaß- und Zufriedenheitsmaximierung verfolgt.

Kleidung ist natürlich Second-Hand

Ich überzeichne zur Illustration bewusst zwei Extreme:

Auf der einen Seite der frugalste Sparfuchs, der es als persönliche Challenge sieht, möglichst viel selbst zu machen. Geld ausgeben? Das geht doch auch anders! Selbst reparieren und tauschen, in die Pedale treten und laufen, sich selbst durch Persönlichkeitsentwicklung herausfordern und daran wachsen. Das Vermögen wächst mit und die eigenen Investments sind nur eine von vielen täglichen Challenges, die zu mehr Lebenszufriedenheit führen sollen. Was andere denken und als „Standard“ betrachten ist egal. Man muss sein eigenes Ding durchziehen, denn nur so kann man glücklich werden.

Vorbild: LMU-Justus und wie sie alle heißen

Auf der anderen Seite der Hustler, der sein Leben auch als eine große Challenge betrachtet: wie schnell kann ich wie reich werden? Seine Zeit gegen Geld tauschen, das kann doch jeder! Die wahre Magie liegt aber im passiven Cashflow. Klar, den muss man sich erstmal aufbauen, aber wenn das Business dann läuft und die Dividenden erst einmal in Fahrt gekommen sind, dann gibt es kein Halten mehr. Außerdem gilt gerade an der Börse: No risk, no fun! Und Spaß macht es unglaublich, gerade durch das positive Feedback aus der Community.

Was beide gemeinsam haben?

Eine starke Fokussierung auf sich selbst. Während der Sparfuchs sicherlich nie seinen Selbstwert an seinen Depotwert koppeln würde und das beim Hustler schon eine gewisse Gefahr darstellt, sind sich beide bei einer Sache einig: Es geht darum, über sich hinauswachsen, sich weiterzuentwickeln, sei es persönlich oder finanziell (so ganz trennscharf ist das oft ja auch nicht). Es geht vor allen Dingen um das Ich. Ich will glücklicher werden, ich will reicher werden, vielleicht auch: ich will glücklicher werden, weil ich reicher bin. Und was ist mit den Anderen?

Gefahr von Ich-Zentrierung

Durch den beginnenden Bundestagswahlkampf (oder sind wir schon mitten drin?) gibt es gefühlt wieder mehr politische Diskussionen, im Freundeskreis und auch im Internet. Das neuste „Aktionäre gegen Olaf Scholz“ Meme sammelt Likes sowohl vom Sparfuchs als auch vom Hustler ein. Denn höhere Steuern, gerade für Kapitalanleger, lehnen natürlich beide ab. Für sein Lebensglück ist jeder selbst verantwortlich! In diesem Weltbild stören Steuern.

Vor allen Dingen die Kapitalertragssteuer ist ungerecht, da Aktiengewinne, die aus bereits versteuertem Nettoeinkommen generiert wurden, somit doppelt besteuert werden. Und die Freibeträge für Kapitalanleger sind auch seit einem Jahrzehnt nicht gestiegen – ein klarer Fall von kalter Progression und damit Benachteiligung gerade von Kleinanlegern. Faktisch alles richtig. Doch lohnt es sich für mich persönlich, mich darüber aufzuregen? Ich finde nicht. Der Nachteil, den ich persönlich dadurch erfahre, beläuft sich auf wenige hundert Euro im Jahr. FIRE käme ich auch mit einer anderen Kapitalertragsversteuerung nur unwesentlich näher. Vielleicht wären es im Extremfall, falls die Kapitalertragssteuern wirklich komplett gestrichen werden, ein Effekt von 2-3 Jahren. Das ist bei einem Zeithorizont von insgesamt noch ca. 14-15 Jahren bis zu FIRE sowieso die „Schwankungsbreite“ auf Grund von all den Unsicherheitsfaktoren, die es gibt. Und damit für mich zu wenig relevant, um mich aufzuregen.

Wird nur noch nach maximalem Profit für einen selbst gewählt?

Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin absolut kein Fan von Olaf Scholz oder den Kapitalmarkt- und Altersvorsorgekonzepten der SPD. Aber darum soll es nicht gehen, denn keine Partei ist perfekt. Und jedes noch so schön klingende Wahlprogramm wird in den Koalitionsverhandlungen sowieso nochmal ordentlich gestutzt und durch irgendwelche „Kompromisse“ teilweise sogar ins Gegenteil verkehrt. Worum es mir geht ist eine grundlegendere Sache:

Ich kann doch für etwas sein, ohne direkt davon zu profitieren? Und für bzw. zumindest nicht gegen etwas sein, obwohl ich persönliche Nachteile davon habe, wie bei den nicht steigenden Freibeträgen der Kapitalertragssteuer. Warum? Einfach weil ich in einem Land leben möchte, in dem anderen geholfen wird. Auch wenn ich diese Hilfe nicht brauche und auch nie brauchen werden (wie z.B. das Arbeitslosengeld). Und dafür braucht es nun einmal Sozialbeiträge und Steuereinnahmen. Auch wenn unser Staat an sehr vielen Stellen Steuern verschwendet und die Gelder leider sehr ineffizient einsetzt: Ich persönlich möchte trotz FIRE, und den damit einhergehenden Fokus auf meine eigene (finanzielle und nicht-finanzielle) Lebenszufriedenheit, niemals vergessen, dass mein persönliches Glück nicht über allem steht. Wenn ich mein persönliches „genug“ kenne, bleibt noch ausreichend Platz für andere, die nicht meine Startbedingungen und Chancen hatten im Leben.

Empathie ist für mich mehr als Nächstenliebe, also die Sorge um jene, die mir nah sind. Auch um jene, die mir fern sind, kann ich mich doch sorgen? Oft vergessen wir auch, dass so vieles miteinander verbunden ist, sodass man nicht einfach irgendwo ein Stück herausschneiden kann, ohne dass das Gesamtsystem beeinflusst wird. Im Gegensatz zu den USA, Brasilien oder Südafrika haben wir in Deutschland eine im Vergleich deutlich gerechtere Verteilung von Wohlstand.

Gini-Koeffizient, ein Maß für die Ungleichverteilung, hier des Einkommens je Land – Grafik von Maketrad, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das hat aus meiner Sicht zum Beispiel den Vorteil, dass wir dadurch auch ein recht hohes Level an sozialem Frieden und der damit einhergehenden öffentlichen Sicherheit genießen können. Vermögende brauchen hier nicht noch zusätzliches Vermögen, um sich selbst in Gated Communities verstecken oder Bodyguards beschäftigten zu können, um ihren Reichtum auch genießen zu können.

Kein kommunistisches Manifest

Christoph hat es heute beim Frühstück gut ausgedrückt: Wenn er mit manchen unserer Freunde spricht, kommt er sich vor wie der größte Turbo-Kapitalist und Vorsitzender des Christian-Lindner-Fanclubs. Wenn er mit anderen Freunden spricht, fühlt er sich wie der Vorsitzende des Sahra-Wagenknecht-Fanclubs und Sozialist. Viele Menschen argumentieren leider ausschließlich auf Basis der eigenen Situation. Wer sich arm fühlt, fordert Umverteilung. Wer sich als Mittelschicht fühlt (also so gut wie jeder), fordert das, was ihm persönlich am meisten bringt, z.B. niedrigere Steuern oder höhere Freibeträge auf Dividenden. Im Endeffekt fordert also jeder „Umverteilung“ hin zu sich selbst. Jeder fordert für sich selbst mehr Vorteile, weniger Nachteile und mehr Aufmerksamkeit für die eigenen Probleme.

Diese Tendenz, sich auf sich selbst zu konzentrieren, sehe ich in der Finanzblog-Szene noch verstärkt. Zunächst geht es natürlich erst einmal um „personal finance„, wie es im Englischen heißt. Manche Finanzblogger konzentrieren sich also nur auf Berichte über die eigenen Finanzen und sparen soziale und politische Themen ganz aus, was ich schade finde. Denn auch persönliche Finanzen sind politisch. Andere wettern hingegen mit Inbrunst gegen diesen oder jenen politischen Vorschlag, Parteien oder bestehende Gesetze. Eine echte Beschäftigung mit dem großen Ganzen und übergreifenden Zusammenhängen fehlt jedoch meist. Denn der Fokus liegt auf dem Ich, der eigenen Situation und der eigenen Weiterentwicklung. Manche Probleme in dieser Welt lassen sich aber leider nicht einfach dadurch lösen, dass man brav jeden Tag 15 Minuten in sein Erfolgs-Journal schreibt und sich seine Ziele einfach nur ausreichend visualisiert.

In dieser Hinsicht finde ich Kara von BravelyGo bzw. ihren Instagram Account wirklich super. Sie ist mit ihren Themen stark auf ein amerikanisches Publikum ausgerichtet, sodass für mich nicht alles die gleiche Relevanz hat. Ich würde mir wünschen, dass es auch in Deutschland noch mehr Stimmen gäbe, die an dieser Schnittstelle zwischen persönlichen Finanzen und systemischer Sozialkritik schreiben. Im Deutschen gibt es nicht einmal einen Wikipedia-Artikel zum Thema „structural inequality„. Ein paar Autorinnen, die an der Schnittstelle von Frauen und Finanzen schreiben, kenne ich schon. Aber ich freue mich sehr über weitere Empfehlungen für andere Schnittstellenthemen in den Kommentaren!

Ist das Thema Finanzen für dich rein persönlich? Oder siehst du es als politisches/soziales Thema? Wünscht du dir mehr Diskussion hierzu in Finanzblogs oder sollten die Themen aus deiner Sicht eher getrennt bleiben? Welche deutschsprachigen Finanzblogs findest du besonders gut? Hast du sonst noch Empfehlungen für mich?

10 Replies to “Was fehlt dir in der Diskussion um Finanzen? // Ich-Zentrierung vermeiden”

  1. Hi!
    Danke. Vollkommen richtig was du schreibst. Genau das ist es, was (je nach eingenommen Blickwinkel) fehlt bzw. zuviel ist in all den Blogs, YT, etc. und ich mehr oder einiger nur noch hier oder bei Mad lese.
    Die Artikel bringt es ganz genau auf den Punkt und ist damit sehr gelungen! VG!

  2. Hi Jenni,

    ich würde sogar weitergehen und behaupten, dass ich einen zunehmenden Narzissmus wahrnehme aber komplette durch alle Bevölkerungsteile bzw. Schichten .. Menschen werde aus meiner subjektiven Wahrnehmung heraus „asozialer“. Es wird weniger Rücksicht genommen (im täglichen Leben, als auch bei längerfristigen Entscheidungen) und Menschen hinterfragen immer weniger ob sie selbst ggf. auch mal falsch liegen könnten.

    Die Debatte in vielen Themenfeldern ist oft nur noch schwarz oder weiß. Die ganzen feinen Nuancen dazwischen verschwinden. 1 oder 0 .. bist du nicht führ mich bist du gegen mich.

    Ein Beispiel ist für mich der Spruch „Steuern sind Raub“ den ich oft in Profilen von Jungen Liberalen lese .. natürlich finde ich das ich viel Steuern bezahle, ja man könnte damit gewissenhafter umgehen und weniger verschwenden .. aber ich will ja auch das der Laden (BRD) läuft .. es soll ein Krankenwagen kommen wenn ich am krepieren bin. Ich hab gern gute Straßen, ich hab gerne ne saubere Umwelt, ich hab gern ÖPNV, ich hab gern ein kostenloses Bildungssystem, ich hab gern Rechtssicherheit usw.

    Das muss halt auch irgendwer bezahlen und dann ist: Steuern sind Raub als Claim halt auf sooo vielen Ebenen dumm und falsch

    Viele Grüße
    Matthias

    1. Hallo Matthias,
      vielleicht hast du Recht und das ist ein ganz allgemeines Phänomen, nichts Finanzblog-spezifisches. Ich habe (oder hatte?) die Hoffnung, dass die Corona-Krise die Menschen doch eher wieder zusammen führt statt weiter auseinander. Mal schauen, wie sich das langfristig entwickelt.
      Ich stimme dir aber da zu: ich möchte all diese öffentlichen Güter auch gerne weiterhin nutzen. Und ich möchte auch, dass Kindergärten und Schulen gut finanziert und ausgestattet sind, auch wenn ich davon persönlich keinerlei Nutzen (mehr) habe. Ich geh auch nie in die Oper. Trotzdem ist es sicherlich irgendwie wichtig für irgendwen, dass es sie gibt. Da gibt es viel schlimmere Steuerverschwendung. Da liefert extra3 (bezahlt von meinen GEZ-Gebühren) ja immer einige schöne Beispiele für absolute Absurditäten. Man darf nicht alles nur schwarz und weiß sehen – da sagst du etwas Wahres!
      Viele Grüße
      Jenni

  3. Hallo!
    Vielen Dank für deinen Artikel!
    Was du ansprichst, gilt im Übrigen auch für die passive Gruppe der Leser. Auch hier könnte ich weiterhin rein ich-bezogen nur mitlesen und im Stillen an meinem persönlichen FIRE/FU-Money-Projekt werkeln. Allerdings empfinde ich aus einer gewissen sozialen Verantwortung heraus seit einiger Zeit das Bedürfnis, aus meiner sicheren, ich-bezogenenen Beobachterposition eher die aktivere Seite der Kommentarfunktion zu wählen. Es ist wichtig, aufgrund des sich anbahnenden Desasters bei der Rentenversicherung (und wohl auch beim Sozialstaat in toto) zumindest den Versuch zu starten, durch Diskussionen und Kommentare zum Nach- und Umdenken anzuregen. Als Philosoph würde ich sagen: Das Ich wird dadurch gewissermaßen mit dem Wir versöhnt.
    In einer Welt, in der Klicks, Likes, Comments, sprich: Aufmerksamkeit, zählen, ist jeder kleine Beitrag hilfreich.

    1. Hallo Mirko,
      vielleicht hast du Recht, dass sowas inzwischen die Währung des 21. Jahrhunderts ist. Was ich aber tatsächlich noch wichtiger finde (was aber eben auch noch ein bisschen schwieriger ist, je nach eigenem Empfinden): im persönlichen Umfeld und Gesprächen auf das Thema Finanzen/Altersvorsorge/Aktien aufmerksam machen. Da ist die Reichweite zwar sehr viel kleiner, aber dafür die Effektivität deutlich höher nach meiner Erfahrung.
      Viele Grüße
      Jenni

  4. Danke für Deinen tollen Beitrag!
    Ich sehe das ganz ähnlich wie Du und habe mich trotzdem gleichzeitig „ertappt“ gefühlt, weil ich mich bspw. schon sehr über uninformierte Kommentare von Olaf Scholz gerärgert habe und es plotzlich (nur weil ich seit einiger Zeit mit Aktien meine persönliche Altersvorsorge plane) als ungerecht empfunden habe, dass und wie Kapitalerträge besteuert werden bzw. dass es quasi keine staatlichen Anreize gibt, eigenständig Geld dem Kapitalmarkt zur Verfügung zu stellen, um später mal was davon zu haben ohne Umwege über Versicherungen zu machen, die daran prächtig verdienen.

    Trotzdem ist und bleibt es so, dass wir in einem Land leben, in dem viel richtig läuft und viel Gutes mit Steuergeldern gemacht wird auch wenn man natürlich immer (zurecht!) auf viele Missstände hinweisen kann.

    1. Da musst du dich echt nicht ertappt fühlen! Es ist völlig okay, sich über die Äußerungen von Olaf Scholz aufzuregen. Ich reg mich auch ständig auf, wenn Politiker einfach großen Quatsch erzählen und noch ganz stolz sind, dass sie nicht wirklich mit Geld umgehen können. Müssen sie auf Grund der üppigen Pension ja auch nicht.
      Kritik muss nur auch gehaltvoll sein und das passt halt meist leider nicht zu einem Instagram-Meme-Account. Aber für viele scheinen diese starken Verkürzungen der einzige Kontaktpunkt mit Politik zu sein. Das ist doch schade, da stark verzerrt.
      Viele Grüße
      Jenni

  5. Das eine schließt das andere nicht aus. Ich kann mir auch um das eigene Wohl zu wahren sozialen Frieden im Land wünschen.
    Umso mehr ärgert es mich, wenn z.b. seit Jahren keine besseren Lösungen in der Rentenfrage gefunden werden. Wem will ich es denn verübeln, wenn selbst bei mancher Vollzeit Arbeit im Alter nur die Grundsicherung in Aussicht gestellt wird?
    Ist mir geholfen, wenn nicht alle Menschen aus allen Schichten die gleichen Bildungschancen haben? Nein, wenn zu viele Menschen unter ihren Möglichkeiten bleiben und weniger zur Wirtschaftskraft des Landes beitragen können, ist das auch ein Nachteil für alle, mich eingeschlossen.
    Es gibt sicher noch mehr Beispiele.

    1. Meine These ist, dass Poltiker im Kern auch stark ich-zentriert handeln. Zukünftige Generation spielen gar keine Rolle und die jungen Menschen von heute kommen nur ganz am Rand vor in der Diskussion.
      Das ist aus meiner Sicht aber kein rein deutsches Phänomen. In den wenigstens Ländern spielt die ferne Zukunft (>15 Jahre) im politischen Prozess eine echte Rolle.
      Viele Grüße
      Jenni

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