Ist erben ungerecht? // Zwischen Gerechtigkeit und Kommunismus

Lesezeit: 10 Minuten

Wenn ich anfange davon zu sprechen, dass ich die aktuelle deutsche Gesetzgebung zur Erbschaftssteuer ungerecht finde, spüre ich bei den meisten meiner Gesprächspartner sofort eine innere Anspannung. Erben an sich ist für viele schon ein emotional schwieriges Thema, da erben unweigerlich mit dem Tod zusammenhängt. Über den eigenen Tod spricht man nicht gerne und über den Tod der eigenen Eltern oder anderer naher Verwandter erst recht nicht. Eine Freundin meinte zu mir: „Als Jugendliche habe ich mich richtig gewehrt gegen das Thema. Ich war abergläubisch und dachte, dass meinen Eltern etwas zustoßen wird, wenn sie mit mir über ihren Tod und das Erbe sprechen.“ So geht es laut einer Studie sehr vielen: 60% der Deutschen beschäftigen sich nur ungern mit dem Thema Vererben.

Das ist wohl auch einer der Gründe, warum nur 25% der Bevölkerung ein Testament besitzen. Wenn noch kein Vermögen vorhanden ist, erscheint ein Testament weniger wichtig, auch wenn es sicherlich nie schadet. Aber selbst bei den über 65-jährigen haben nur 58% ein Testament. Dabei wünschen sich Erben wie Erblasser, dass es nach dem Tod keinen Streit ums Geld geben soll. Die gesetzlichen Regeln in Deutschland können aber durchaus Konfliktpotential enthalten und manchmal auch zu eigentlich unerwünschten Effekten führen. Gerade für Paare, die nicht verheiratet sind, ist ein Testament zur gegenseitigen Absicherung wichtig, insbesondere bei gemeinsamen Kindern. Ein Drittel der Babys in Deutschland hatten 2020 Eltern, die bei Geburt nicht verheiratet waren. Ob diese Eltern alle bereits ein Testament aufgesetzt haben?

Angst ums Elternhaus?

Doch neben dem allgemeinen Unwohlsein, über die Themen Sterben & Erben zu sprechen, gibt es meiner Beobachtung nach noch einen weiteren Grund, warum meine Gesprächspartner beim Thema Erbschaftssteuer-Reform automatisch in Hab-Acht-Stellung gehen. Denn wenn ich sage, dass ich die aktuellen Erbschaftsregeln ungerecht finde, da diese die soziale Ungerechtigkeit im Land verstärken, projiziert dies sofort Bilder von kommunistischen Enteignungen in die Köpfe meiner Gesprächspartner. Die potentiellen Erben sehen sich schon ihres Elternhauses beraubt und blocken jede Diskussion ab.

Dabei ist das „Recht“ auf Erbe des eigenen Elternhaus vielfach auch heute schon in Gefahr, ohne dass die Kinder es überhaupt wahrhaben. Der Großteil der deutschen Ehepaare mit Kindern entscheidet sich nämlich für ein sogenanntes Berliner Testament, bei dem sich die Ehepartner wechselseitig als Alleinerben einsetzen und erst nach dem 2. Todesfall die Kinder das Gesamtvermögen erben. Dies klingt erst einmal gut, kann aber bei hohen Vermögen, die über den Freigrenzen liegen, eine deutlich höhere Steuerbelastung erzeugen. Und wenn das Vermögen dann auch noch hauptsächlich im Eigenheim steckt, also illiquide ist, droht sogar ein Zwangsverkauf des geerbten Elternhauses, der sicherlich nicht gewollt war. Zum Glück lassen sich über die Hälfte der Deutschen beim Verfassen des Testaments von einem Notar oder Anwalt beraten, der solche Fallstricke aufzeigen kann.

Die Freigrenzen für Erbschaften, die heute gelten, liegen bei 500.000 Euro für Ehepartner und bei 400.000 Euro für Kinder. Ein frei stehendes Einfamilienhaus in Erfurt kostet laut Statista aktuell durchschnittlich schon 360.000 Euro. In anderen Städten sind die Immobilienpreise noch um einiges höher. Für ein Einzelkind, das nach einem Berliner Testament von nur einem Elternteil alles erbt, ist die Erbschaftsfreigrenze daher mit einem Eigenheim schnell erreicht. Wessen Eltern Wohneigentum in München oder ein Einfamilienhaus in Düsseldorf besitzen, wird auch ohne Berliner Testament, also mit doppeltem Freibetrag von beiden Eltern schnell an die Erbschaftssteuer-Freigrenzen stoßen. Wenn wir als Gesellschaft weiterhin möchten, dass Eltern ihrem Einzelkind ihr abbezahltes Eigenheim steuerfrei vererben können, würde das dafür sprechen, die Freigrenzen bei Erbschaften von Kindern bald anzuheben.

Luxusdiskussion!

Quelle: DIW Berlin, NDR Ratgeber

Allerdings muss man auch wissen, dass solche Diskussionen für die meisten Erben absolut nicht relevant sind. Obwohl es schwierig ist, genaue Zahlen zu finden, da die Erbschaften unter der Freibetragsgrenze statistisch nicht gut erfasst werden, geht man davon aus, dass die Hälfte der Erben unter 50.000 Euro erben. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung beträgt die vererbte Summe bei drei Viertel aller Erben unter 100.000 Euro. Man kann also festhalten: Die Freigrenzen sind in den allermeisten Fällen absolut ausreichend. In seiner eigenen Filterblase ist die empfundene Wahrheit natürlich manchmal eine andere.

Meine persönlich empfundene Ungerechtigkeit

Ich finde es persönlich viel ungerechter, dass Geschwister nur einen steuerlichen Freibetrag von 20.000 Euro beim Erben bekommen. Das ist genauso viel wie jeder andere wildfremde Mensch, den man zum Erben machen möchte. Die Geschwister haben nur einen Vorteil beim Steuersatz für die Erbschaft über diesem Freibetrag gegenüber den wildfremden Menschen.

Wer keine eigenen Kinder hat, für den sieht das Erbschaftsrecht aktuell nicht wirklich eine Lösung vor. Steuerlich begünstigt werden bei dieser Personengruppe nur die eigenen Eltern (mit einer Freigrenze von 100.000 Euro), was wohl eher relevant wird, falls man durch einen Unfall oder Krankheit sehr jung verstirbt. Im Normalfall, also dem Vererben im hohen Alter, werden die eigenen Eltern oder Großeltern höchstwahrscheinlich nicht mehr leben. Meinen Schwestern oder deren zukünftigen Kindern dürfte ich mein Geld natürlich vermachen, allerdings fallen dann mindestens 15% Steuern an, die das Erbe schmälern. Wenn wir schon über die Veränderung der Erbschaftssteuer diskutieren, dann würde ich mir ganz eigennützig auch Veränderungen in diesem Punkt wünschen.

Die wahre Debatte

Eine ernsthafte Diskussion zur Reform des Erbrechts in Deutschland sollte sich meiner Meinung nach allerdings gar nicht um Einfamilienhäuser oder die Anhebung der 20.000-Euro-Freigrenze für Geschwister drehen. Vielmehr sollten wir darüber sprechen, ob nicht eine viel höhere Erbschaftssteuer auf richtig hohe Vermögen anfallen sollte. In diese Richtung argumentierte neulich auch der Allianz-CEO Oliver Bäte in einem SZ-Interview.

Um ein paar Zahlen zu nennen: 0,1 Prozent der Erben erhalten in Deutschland eine Erbschaft von über 5 Millionen Euro, was in Summe dann 14 Prozent des gesamten Erbvolumens entspricht. Und diese Supererben zahlen auf ihr Erbe theoretisch maximal 50% Steuern, als Familienangehöriger/Kind des Erblassers (was die häufigste Konstellation sein wird) sogar nur maximal 30%. Bei unter 6 Millionen Erbsumme sind es sogar nur 15% Steuern – genauso viel wie meine Schwestern über der Freigrenze von 20.000 Euro zahlen müssten.

Um diese Steuersätze mal in Relation zu setzen: Ich bin Gutverdiener, aber definitiv kein Multimillionär wie diese Erben (auch wenn ich FIRE erreicht habe nicht!). Mein individueller Durchschnittssteuersatz auf mein Arbeitseinkommen liegt heute bei 33%, also höher als der Steuersatz, den Multimillionärskinder auf ihr >26-Millionen-Erbe zahlen müssen. Ist das wirklich gerecht? Denn immerhin arbeite ich für mein Einkommen, wohingegen die Erben nur „Glück“ bei der Geburt haben müssen, komplett ohne eigenes Zutun.

Aber, aber, aber…

Ich habe diese Diskussion schon häufiger geführt, daher weiß ich sofort, was jetzt als Argument kommt: Aber die Familienunternehmen! Die armen Mittelständler! Will ich mit meinen „kommunistischen“ Forderungen nach einem höheren Erbschaftssteuersatz für Millionenvermögen denn etwa Arbeitsplätze vernichten und Firmen in die Insolvenz treiben?

Zunächst einmal muss man wissen, dass es sehr großzügige Steuererleichterungen genau für solche Familienunternehmen gibt. Wer das Unternehmen einige Jahre weiterführt (und das ist ja genau die Prämisse, der Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze), muss in vielen Fällen gar keine Erbschaftssteuer zahlen.

Dazu kommt, und so argumentiert auch Oliver Bäte, dass es äußerst selten der Fall ist, dass das gesamte Vermögen eines erfolgreichen Mittelständlers ausschließlich in der Firma steckt. Denn neben den Investitionen in die Firma wird sich der erfolgreiche Unternehmer hoffentlich im Laufe der Jahre auch ein gutes Gehalt ausgezahlt haben und Immobilien und andere Vermögenswerte erworben haben. Es ist also keineswegs so, dass eine Besteuerung ab dem ersten Euro automatisch das Firmenvermögen betrifft und daher das Unternehmen in Schieflage bringen würde.

Ein (Gegen?) Beispiel

Bildquelle: LinovonLinares, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nimmt man als Beispiel Wolfgang Grupp, den TRIGEMA Chef, dessen Vermögen auf 100 Millionen Euro geschätzt wird. Er besitzt neben der Firma auch noch mehrere Anwesen, einen Helikopter und einiges an Barvermögen, das zwei Banker für ihn verwalten. Der heute 79-jährige möchte sein Unternehmen nur an eins seiner beiden Kinder vererben. Ob an die Tochter oder den Sohn, die beide schon seit dem Studienabschluss im Unternehmen arbeiten, hat er aber noch nicht entschieden. Egal, wer sein Nachfolger wird, das Unternehmen wird jedenfalls durch das Vererben keine Finanzprobleme bekommen, denn die Kinder wollen alles natürlich weiterführen und weiter ausbauen.

Die Familie Grupp ist für mich aber auch ein schönes Beispiel dafür, warum ich überhaupt kein moralisches Problem mit höheren Steuersätze auf sehr hohe Erbschaften habe. Denn wer seinen Kindern die Zukunft sichern will, der sollte damit meiner Meinung nach definitiv nicht bis zu seinem Tod warten.

Zunächst einmal brauchen Kindern für eine gute Zukunft nicht in erster Linie Geld, sondern viel Liebe, Aufmerksamkeit und Vertrauen der Eltern. Es ist sicherlich vorteilhaft für die Zukunft der Kinder, wenn sie eine gute Ausbildung genießen können. Auch hier können reiche Eltern ihren Kindern schon zu Lebzeiten sehr viel ermöglichen und so eine gute Basis für ihre Zukunft legen. Sei es mit individueller Nachhilfe, der Finanzierung von Auslandsaufenthalten und anderen Studienkosten oder auch einfach durch das berufliche und persönliche Netzwerk der Eltern. Gäbe es keine Möglichkeit, sein Geld zu vererben, hätten Kinder reicher Eltern trotzdem sehr viel bessere Startbedingungen ins Leben. Das ist für mich also kein Gegenargument für ein Recht auf Erbe.

Warum bis zum Schluss warten?

Unabhängig von diesen (zum Großteil sogar nicht-finanziellen) Vorteilen könnten Reiche auch schon zu Lebzeiten für die finanzielle Absicherung ihrer Kinder sorgen, indem sie ihnen Stück für Stück ihr Vermögen übertragen. Die Freigrenzen der Erbschaftssteuer lassen sich nämlich alle 10 Jahre für eine steuerfreie Schenkung nutzen. Diese Möglichkeit wird aber von den wenigsten Menschen genutzt.

Wer nicht viel Geld hat, der möchte es wahrscheinlich lieber bis zum Tod zusammenhalten, falls doch noch etwas Unvorhergesehenes passiert (z.B. hohe Pflegekosten). Das ist verständlich und wie bereits betont, auch gar nicht relevant wirklich relevant für diese Diskussion.

Doch wer mit seinem Vermögen über den Freigrenzen liegt, der würde seinen Erben einiges an Steuern sparen, wenn das Vermögen bereits rechtzeitig zu Lebzeiten und nicht erst nach dem Tod übertragen würde. Ich wundere mich da immer etwas: Warum wird von manchen Superreichen so vehement gegen eine höhere Erbschaftssteuer oder die Erbschaftssteuer allgemein argumentiert, wenn es doch auch heute schon gute Möglichkeiten gibt, sein Vermögen im Laufe der Zeit steuerfrei an die Nachkommen weiterzugeben? Warum muss man zwingend bis zu seinem Tod an seinem gesamten Vermögen festhalten? Traut man seinen Kindern nicht zu, mit dem Geld vernünftig umzugehen und behält es deswegen so lange wie möglich? Oder glaubt man gar, dass einen die eigenen Kinder im Stich lassen würden, falls sich im hohen Alter doch unerwartet ein größerer Finanzbedarf ergibt, den man nicht mehr decken kann, da das eigene Vermögen bereits sukzessive übertragen wurde?

Wunsch nach weniger Ideologie

Die Diskussion um die Erbschaftssteuer wird aus meiner Sicht oft ideologisch geführt. Man kann darüber streiten, ob es überhaupt ein Recht darauf gibt, sein Vermögen ohne steuerliche Abzüge an seine Kinder weitergeben zu dürfen. Meiner Erfahrung nach werden die politischen Debatten zu diesem Thema meist nicht ehrlich geführt. Stattdessen wird in der Mittelschicht Angst geschürt, die aber eigentlich unbegründet ist. Denn es geht gar nicht darum, jemandem sein Elternhaus „wegzunehmen“ oder alle Erben zu enteignen.

Aus meiner Sicht sollte es zumindest kein Recht darauf geben, mit einer komplett steuerfreien Weitergabe seines (hohen) Vermögens bis zu seinem Tod zu warten. Wem wichtig ist, beim Vermögensübertrag Steuern zu sparen, der hat im heutigen Rechtssystem mehr als genug Möglichkeiten, den Vorgang entsprechend steuerlich zu optimieren.

Wem das nicht so wichtig ist und wer daher bis zum Tod damit wartet, der darf auch entsprechend hoch besteuert werden. Denn entweder ist mir wichtig, dass meine Kinder das Geld bekommen (dann fange ich frühzeitig mit dem Übertrag an und nutze andere Gestaltungsspielräume wie bei den Familienunternehmen) oder eben nicht. In dem Fall sollte der Steuersatz meiner Meinung nach auch deutlich höher als bei den heutigen nur 15-30% liegen. Besonders bei den sehr hohen Vermögen über 6, 13 bzw. 26 Millionen Euro (das sind verschiedene Grenzwerte für die Steuersätze). Wer solche Summen außerhalb von Unternehmen vererbt (für die Steuererleichterungen existieren, die also nicht in Gefahr sind) wird sicherlich genug Geld haben, um auch einen höheren Erbschaftssteuersatz tragen zu können.

Und dann gibt es sicherlich auch noch viele Steuerschlupflöcher, wie man über Stiftungen oder sonstige Konstrukte noch mehr Erbschaftssteuern sparen kann – da kenne ich mich nicht aus. Wer wirklich daran interessiert ist, die (finanzielle) Zukunft seiner Kinder abzusichern, wird dafür genug Wege finden. Wer einfach zu faul, egozentrisch (oder vielleicht auch einfach zu reich?) ist, um sich darum bereits frühzeitig zu kümmern, der sollte meiner Ansicht nach deutlich höher besteuert werden. Mit dem Einfamilienhaus deiner Eltern hat diese Debatte absolut nichts zu tun.

Meine unqualifizierte Meinung // ein Vorschlag

  • Einheitliche Freigrenze von 500.000 Euro für alle Erbschaften, d.h. für 98,5% aller Erbschaften gilt Steuerfreiheit
  • Unabhängigkeit vom Verwandtschaftsgrad zum Erben, um modernen Familienkonstellationen Rechnung zu tragen
  • Einheitlicher Steuersatz von 75% über dem Freibetrag
  • Beibehalt der 10-Jahres-Schenkungsfrist & den Steuererleichterung für weitergeführte Unternehmen

Statt komplizierter Tabellen mit 3 Steuersätzen für 6 Verwandtschaftsbeziehungen und 7 Stufen von Erbschaftshöhe gäbe es so einen Steuersatz für alle. Niemands Elternhaus oder Familienunternehmen ist in Gefahr. Und wer sein Geld nicht bereits vor dem Tod auf seine Kinder übertragen möchte (egal aus welchen Gründen), muss eben in Kauf nehmen, dass die Erben hohe Steuern zahlen. Gerechtigkeit ist immer subjektiv. Ich fände ein solches System jedenfalls gerechter als heute. Wer will, findet bestimmt irgendwelche Schlupflöcher. Eine solche Regelung würde nicht auf einen Schlag alle Ungerechtigkeit besiegen, denn neben dem Finanziellen gibt es auch viele nicht-finanzielle Faktoren, die Kindern in Deutschland unterschiedliche Startbedingungen bescheren.

Erbschaft als Teil der eigenen Altersvorsorge?

Ich persönlich wünsche meinen Eltern ein langes, gesundes und erfülltes Leben. Da meine Eltern finanziell gut aufgestellt sind, wird am Lebensende sicherlich etwas Geld übrigbleiben – all zu knapp auf Kante genäht sollte der eigene Finanzplan ja zur Sicherheit sowieso nicht sein. Allerdings wünsche ich mir, dass sie ihr hart verdientes Geld jetzt in der Rentenphase noch ordentlich auf den Kopf hauen und sich viel gönnen. Denn selbst wenn zum Schluss kein Cent für die Erben übrig bleiben würde, wäre ich keinesfalls traurig oder sogar sauer. Aus meiner Sicht besteht absolut kein Recht auf ein Erbe! Daher ist dies auch nicht Teil meines Finanzplans. Meine Eltern haben mir jetzt bereits so viel mitgegeben für meine Zukunft – da braucht es nicht auch noch ein Geldgeschenk zum Tod. Und wieder lebendig macht einen auch kein Geld der Welt…

Rechnest du mit einer Erbschaft? Baut deine Altersvorsorge auf einem Erbe auf?

Wenn du dich emotional gegen den Vorschlag am Ende dieses Artikels sträubst (und das tun die meisten), frag dich: was spricht rational gegen diesen Vorschlag? Gibt es aus deiner Sicht ein Recht auf (hohes) Erbe? Fühlst du dich damit unwohl, obwohl es dich eigentlich gar nicht wirklich betrifft? Oder würden dich diese Freigrenzen doch treffen und deswegen bist du dagegen? Warum solltest du persönlich mehr steuerfrei erben dürfen als der Durchschnittsdeutsche mit seinem 50.000-Euro-Erbe?

P.S. Das Durchschnittsalter für das Verfassen eines Testaments ist übrigens 55 Jahre. Ich habe mir jetzt trotzdem vorgenommen, am nächsten Wochenende eins anzufertigen. Geht ja auch eigentlich echt schnell!

27 Replies to “Ist erben ungerecht? // Zwischen Gerechtigkeit und Kommunismus”

  1. Mein Vorschlag ist das Erbe gar nicht zu besteuern, ist z.B. in der Schweizder Normalfall.
    1. ist das erarbeitetes Geld der Erblasser und die sollen (wie jeder sonst mit seinem Vermögen) steuerfrei damit machen können was sie wollen, auch vererben.
    2. gibt das kaum Steuern bei den aktuellen Freibeträgen und auch bei deinem Vorschlag. Wie du sagst erbt nur eine Minderheit der Kinder mehr als 2x400k, und diejenigen bei denen das der Fall ist, dort bereiten die Eltern die Erbschaft in der Regel genau vor mit Schenkung etc.
    Deswegen: einfach bleiben lassen, keine Erbschaftssteuer wie in der Schweiz.

    1. Danke für deine Meinung. Das Argument des bereits versteuerten Einkommens gilt ja für allerlei Steuern, auch die Kapitalertragssteuer, und die Umsatzsteuer (MwSt). Das ist für mich daher ein unrealistisches Zielbild, die alle umfassend abzuschaffen, und damit wieder eine stark ideologische Diskussion.
      Das zweite Argument finde ich da deutlich nachvollziehbarer. Wenn der Aufwand, eine Steuer einzuziehen, höher ist als der Steuererlös, dann ist es natürlich keine sinnvolle Steuer. Auch dafür gibt es ja leider einige Beispiele im aktuellen Steuerrecht. Das müsste man also einmal von Wissenschaftlern nachrechnen lassen, ob sich so eine Steuer dann noch lohnen würde. Mein Vorschlag erhebt natürlich nicht diese wissenschaftliche Fundiertheit, sondern soll einfach die Diskussion anregen – das Ziel habe ich auch anscheinend erreicht 🙂
      Viele Grüße
      Jenni

      1. Zu 1.: nur weil ich eine Steuer abschaffen möchte, heisst das doch nicht, dass ich alle ähnlichen Steuern ebenfalls abschaffen will?!
        Hier spielt wieder das Steueraufkommen rein, Erbschaftssteuer spielt jährlich nur ca. 8% ein. Bei einer Erhöhung werden entsprechende Vermeidungsszenarien der wohlhabenden Betroffenen ziehen, so dass eine Erhöhung der Einnahmen unwahrscheinlich ist. Die einzig gerechte und vom Steueraufkommen relevante Änderung (wenn man schon Erbschaftsteuer möchte) ist für mich die Abschaffung des Freibetrags. Wenn alle Erben auch schon auf 50.000 Erbschaftssteuer zahlen, und dann gerne auch 25%, dann spült es richtig Steuern in die Staatskasse und davon können dann alle in unserer Gesellschaft profitieren.

        1. Ah, da habe ich dich bei 1. missverstanden. Es gibt bereits einige Simulationen, wie sich das Steueraufkommen entwickeln könnte bei verschiedenen Änderungen, aber wie du sagst, muss man auch immer schauen, ob eine Änderung nicht vermeidendes Verhalten erzeugt.
          Ich persönlich bin eher verwundert, wie viele Fälle es doch im Moment noch gibt von solchen großen Erbschaften über 5 Millionen Euro. Vielleicht lohnt sich der Vermeidungsaufwand nicht bei den vergleichsweise niedrigen Steuersätzen? Oder die Erblasser sind alle glückliche Steuerzahler und wollen gar nicht die Steuerzahler vermeiden?
          Auch wenn man viel über den Staat schimpfen kann, gibt’s ja durchaus Dinge, für die Steuern sinnvoll verwendet werden.
          Viele Grüße
          Jenni

  2. Ich würde den Vorschlag der LINKEN zur Corona-Abgabe gerne als Erbschaftssteuer umgesetzt sehen. Die Vermögenssteuer ein für alle Mal begraben und dafür 20-25% Erbschaftssteuer (Freigrenze (oder lieber Freibetrag?) von 500K-1Mio) auf 20 Jahre verteilt. Ohne wenn und aber auf alles was einen Wert hat (Schulden natürlich abziehen/anrechnen).
    Wer mit Immobilien/Unternehmen/Wertpapieren nicht mindestens 1-2% pro Jahr erwirtschaftet (eingesparte Miete durch geschenktes Eigenheim zähle ich in diesem Fall als „Rendite“), der kann das Objekt auch gleich abgeben, weil es ihm eh nichts bringt….

    1. Hallo Timo,
      den Vorschlag kenne ich gar nicht. Hast du einen Link, wo man das Konzept noch einmal nachlesen kann? Ich glaube, ich verstehe es noch nicht ganz.
      Vielen Dank und viele Grüße
      Jenni

      1. Hallo Jenni,
        hier einmal der Antrag der Linken im Bundestag: https://dserver.bundestag.de/btd/19/289/1928908.pdf

        Hier gibt es noch weitere Links dazu: https://lagedernation.org/podcast/ldn241-klimagesetz-erweitert-eskalation-in-israel-trumpismus-lebt-covpass-solidarische-corona-abgabe/#shownotes
        über den Podcast bin ich aucherst nur auf das Thema aufmerksam geworden. Finde das Konzept für eine Erbschaftssteuer als Vermögenssteuer Ersatz eigentlich ganz gelungen.

  3. Erbe sind Wirtschaftsgüter, Geld oder andere Sachen die bereits mehrfach den Prozess der Besteuerung durchlaufen haben. Es wurde mit Netto-Kapital erschaffen oder erhalten. Ich sehe keinen Grund warum der Staat sich nochmals an bereits mehrfach besteuerten Dingen ein weiteres Mal bedienen sollte, zumal ja keinerlei Gegenleistung durch den Staat erfolgt ist.

    Ich kann akzeptieren wenn das bisherige Besteuerungsverfahren beibehalten würde, aber fair wäre es eigentlich eher gänzlich davon abzusehen und dem Besitzer selbst zu überlassen wem er sein Hab und Gut steuerfrei überlässt. Eine Erhöhung wäre der denkbar falsche Weg.

    1. Danke für deine Meinung. Das Argument zieht aus meiner Sicht allerdings nicht wirklich, denn dann dürfte es auch keinerlei Umsatzsteuer (MwSt) geben, die ebenfalls ausschließlich aus bereits versteuertem Einkommen bezahlt wird. Das kann man natürlich fordern, aber das ist dann ja schon eine arg neoliberale Position, die erst einmal zu finanzieren wäre. Irgendwo muss die Finanzierung unseres Sozialstaats ja herkommen. Oder möchtest du den auch abschaffen?
      Viele Grüße
      Jenni

      1. Der Sozialstaat wird ja jetzt auch ohne die Erbschaft finanziert. Also geht es auch ohne neue Steuern. Ausserdem könnte man mal die Ausgaben überprüfen (Stichwort Sozialbetrug), desweiteren Förderungen (wenn ein Festival von 8 Stellen Föderung bekommt und niemand weiss wieviel) usw

        1. Ich glaube, hier kommen wir nicht zusammen. Irgendein Festival, was von mehreren Stellen finanziert wird, reißt uns sicherlich kein Loch in die Staatskasse. Das unterfinanzierte Rentensystem oder die steigenden Pflegekosten sowie unsere teilweise marode Infrastruktur (physisch wie digital) sind für mich keine Anzeichen dafür, dass wir als Land zu viel Geld hätten, auch wenn es natürlich sehr sehr viel Optimierungsbedarf gibt, sei es durch Betrug, Verschwendung, Unwissen, falsche Prioritäten, etc.
          Viele Grüße
          Jenni

  4. Schön zu sehen, dass du da sehr ähnliche Gedanken wie ich hast. Kann das alles größtenteils unterschreiben.

    Grundsätzlich finde ich deinen Verschlag zur Besteuerung sehr gut, würde ihn nur etwas erweitern:

    – Mehreinnahmen verbindlich für Senkung der Einkommenssteuer und für ein allgemeine Sockel-Grundrente (am besten auf Fondsbasis) nutzen, wodurch wiederum die Rentenbeiträge sinken könnten.
    – Unternehmererben auch voll besteuern. Allerdings über längeren Zeitraum Stundung möglich machen oder erst bei Verkauf von Anteilen Steuer einziehen (die Partei Volt hat das so in ihrem Programm). Bis dahin allerdings Besteuerung der Gewinnausschüttung mit den 75 % (Unternehmergehalt des Erben bis beispielsweise zum Höchststeuersatz ausgenommen).
    – Mit nicht selbst genutzten Immobilien könnte man es genauso handhaben.
    – Langjährigen (Ehe)-Partnern würde ich hier noch mehr einräumen, zum Beispiel bei selbst genutzten Immobilien
    – alle Grenzen an die Inflation koppeln
    – Ich habe das bei dir so verstanden, dass man 500.000 insgesamt hat und die auf beliebige Personen verteilen kann. Das finde ich gut.

    Ich finde , dass unser Erbrecht in unserer wohlhabenden und alternden Gesellschaft für enorme Ungerechtigkeit sorgt und diese auf Generationen zementieren kann. Zur Erhöhung der Aufstiegschancen sollten die Erbschaften daher wie oben beschrieben verwendet werden und an die Gesellschaft, der man zu großen Teilen sein Vermögen verdankt, zurückfließen.

    Es gibt ja schon die Redensart, dass man dumm ist, wenn man Erbschaftssteuer zahlt und Vermögen nicht in einem Unternehmensmantel unterbringt. Ich stimme dir vollkommen zu, das man seinen Erben die wichtigen Grundlagen wie Bildung und Erziehung während seiner Lebzeiten mitgeben sollte und Ihnen damit genug Startvorteil im Leben verschaffen kann.

  5. Hi,
    Also ich bekomme aus meiner Familie kein Erbe. Das Geld von meinen Vater hat gerade die Begräbniskosten gedeckt. Der Notar war überascht, das ich auch das Bargeld angegeben habe.
    Und da sind wir wieder bei den Schlupflöchern, Schmuck, Bargeld, Gold, Kunst usw.
    Ansonsten sehe ich nicht ein, das mein Vermögen, was ich selber bereits versteuert habe und gespart habe und angelegt habe, das das an die Verschwenderpolitiker geht. 1. sollen die mal lernen sorgsam mit unseren Steuergeldern umzugehen. 2. wenn ich Steuern für meinen Tot zahlen soll, dann will ich aber auch SELBER bestimmen, an wenn ich vererbe. Aber da gibt es die Probleme mit dem Pflichtteil. Um jemanden zu enterben muss man (als toter) beweisen, das es über 20 Jahre keinen Kontakt mehr gab, der Pflichtteilerbe mein Testamten zu fälschen versucht hat oder mich umgebracht hat. Nicht einmal einen Spielsüchtigen kann man enterben, nur den Pflichtteil kürzen.
    Ausserdem könnten 99% der Bevölkerung sparen und anlegen, aber nein, wie heist es so schön, ich will jetzt leben und kann ja morgen tot sein. Also soll ich nicht nur dafür bestraft werden das ich mit dem Geld meine Rente aufbessern will, eine schönere Pflege zahlen will, usw. Also mache ich es wie alle anderen auch, einfach alles Geld ausgeben. Hätten das die Quants usw gemacht, gebe es keine grossen Firmen und damit Arbeitsplätze, aber ist ja egal, hauptsache jetzt party und allen was wegnehmen die sparen, anlegen, oder das risiko der selbstständigkeit wagen, bzw deren Kinder oder Enkelkinder……
    Eine Erbschaftsteuer bringt genau nichts, ausser den Neid zu befriedigen. Aufwand und Einnahmen sind in keinen Verhältnis.
    An der Cote dAzure wird ein Haus vererbt, Ist jetzt 5 Millionen Wert, hat ein Grossvater/Urgrossvater vor Kleingeld gekauft. Wer zahlt die Erbschaftsteuer? Der reiche Russe, der den Franzosen das Haus abkauft, damit es nicht Zwangsversteigert wird. Bei sowas muss man auch aufpassen, ist in Frankreich nicht gut durchdacht gewesen (oder noch immer?)
    Und es ist wichtig, Geld bis zum Ende zu haben. Da kann man noch was Verschenken (Enkel,Urenkel, usw), man bekommt regelmässig Besuch, Kann selber noch für Pflege usw aufkommen.

    1. Hallo Chrisi,

      Danke für deinen Kommentar. Ich habe beim Lesen das Gefühl, du tappst genau in die „Falle“, die ich versucht habe zu beschreiben: dass die Diskussion über ein anderes Erbrecht für Superreiche gerne mit der Diskussion zum Erbrecht für uns Normalos vermischt wird, um damit irrationale Angst zu schüren und in die Debatte zu bringen. Es geht nicht um ein kleines Geldgeschenk an die Enkel, weil nach Pflege- und Begräbniskosten noch ein wenig Geld übrig geblieben ist. Dass die Quants, wenn sie nicht so umfangreich Privatvermögen hätten vererben können, nicht so lange ihr Unternehmen (Firmenvermögen) am laufen gehalten hätte, ist erstmal eine Hypothese, die schwer zu validieren bzw. falisifizieren ist – Glaubenssache.

      Deine Gedanken zum Pflichtteil finde ich sehr interessant, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Da ich den Standpunkt vertrete, dass es kein Recht auf Erbe gibt, darf es folglich auch keinen Pflichtteil mehr geben. Da stimme ich dir also voll zu!

      Viele Grüße
      Jenni

  6. Warum sollte man denn die Erbschaftssteuer für Reiche erhöhen? Meist stehen im Kern traurige Neidreflexe dahinter. Und der Irrglaube, dass das Geld beim Staat besser aufgehoben wäre.
    Ich bin für die komplette Anschaffung dieser Neid-Steuer. Ohne Reiche gäbe es schließlich auch kein Kurspotential für meine LVMH-Aktien. 😉
    Die Leistungsträger zahlen schon mit Abstand die meisten Steuern (Einkommen- und Umsatzsteuer). Sie finanzieren den Sozialstaat und das ist auch gut so. Aber auch noch im Tod die Autonomie zu beschneiden als gieriger Staat, nein danke.
    Der Grund, warum ich hart arbeite und auch sehr viel spare liegt mit darin, meinen Söhnen neben viel Liebe, Spaß und guten Werten zu Lebzeiten auch ein möglichst großes Vermögen und damit Unabhängigkeit vom System zu ermöglichen. Wenn der Staat das unmöglich macht, lege ich mich auch lieber in die soziale Hängematte.
    Der Staat muss lernen, dass er den Menschen dienen muss und nicht umgekehrt.
    PS: für mich ist (neo-) liberal kein Schimpfwort.

    1. Es möchte dir niemand die Chance nehmen, deinen Kindern Geld zu schenken. Aber was ich ehrlich nicht verstehe ist die Fixierung auf das Ableben als idealen Moment für den Vermögensübertrag. Du hast idealerweise 70-80 Jahre mit deinen Kindern zusammen auf dieser Welt – warum das Geld nicht zeitiger übertragen, sondern lieber warten, bis es ganz wortwörtlich zu spät ist?
      Würde mich wirklich über eine Antwort freuen.

      Dass du dich in die „soziale Hängematte“ legen würdest, nur weil sich das Erbschaftsrecht verändert, glaube ich dir nicht. Menschen haben ja noch ganz andere Motive, nicht nur dynastische. Wenn du ungewollte kinderlos geblieben wärst – hättest du dich dann ebenfalls in die „Hängematte“ gelegt? Oder sind Adoptivkinder auch „gut genug“, um dein hart verdientes Geld zu bekommen? Das ist für mich kein stichhaltiges Argument. Du arbeitest doch wahrscheinlich auch, weil es dir Spaß macht, du dir und deiner Familie heute was schönes leisten kannst und ja, vielleicht auch, um ein Erbe aufzubauen. Aber letzteres ist doch sicherlich der einzige oder gar Hauptmotivator?

      Viele Grüße
      Jenni

      1. Es wäre ja schön, wenn ich mein Geld mit 70-80 den Kindern übergeben kann, bevor ich sterbe. Aber da kommt dann sicher eine Schenkungssteuer zum tragen. Mal ganz abgesehen, was ist wenn ich mit 60-65 einen Unfall habe, achso, hätte ja das Geld vorher übergeben können. (wobei mit Bargeld, Gold, Kunst, usw kann man auch die Schenkungssteuer hinterziehen…..)
        Und „die Superreichen“ (wovon es in Deutschland 0,0% gibt), richten sich es schon irgentwie anders Steuerschonend, zur Not im Ausland

        1. Schenkungssteuer wird immer in einem 10-Jahres-Fenster betrachtet. Du kannst deinem Kind also zum Beispiel zum 18. Geburtstag Geld schenken, dann zum 30. Geburtstag erneut etc. Da die meisten Eltern so 60-80 Jahre mit ihren Kindern zusammen auf der Welt verweilen, könnte also im Laufe des Lebens 6-8 Mal der Freibetrag (von heute 400.000€) verschenkt werden. Mit somit ca. 2,5 Mio. pro Kind sollte Otto-Normal-Bürger doch gut klarkommen. Und wer noch mehr will, kann ja bereits bei Geburt mit dem verschenken anfangen 🙂 die Gefahr früher zu versterben, z.B. durch einen Unfall, ist ein Pro- und kein Contra-Argument.
          Viele Grüße
          Jenni

          1. Nicht falsch verstehen Jenni, aber wenn man mit 18 mal auf die schnelle 400.000 Euro bekommt, Erziehung hin oder her, dann sind die ausgegeben.
            Mein Kontra bleibt immer noch gleich: Es gibt zuviele Schlupflöcher (Geld, Kunst, Schmuck, Gold, usw), es ist zuviel Aufwand im Relation zu den Einnahmen, bevor der Staat an mein Geld soll, soll er erstmal mit den Steuergeldern vernünftig arbeiten (Förderungen, Betrug, usw). Wie soll ich einen Teil meiner Firma verschenken, wenn die Keine Aktien hat?

          2. Da haben wir dann wohl einfach ein anderes Menschenbild. Ich traue 18 Jährigen durchaus zu, nicht gleich alles Geld auf den Kopf zu hauen – gerade so große Summen! Denn wer so viel erbt/geschenkt bekommt, der hat 18 Jahre Zeit gehabt, sich bei seinen Eltern gute finanzielle Entscheidungen abzuschauen und seine Finanzbildung auszubauen. Familie prägt in der Hinsicht ungemein – in beide Richtungen! Wer aus einem Haushalt kommt, in dem die Eltern nicht vorgelebt haben, wie man gut mit Geld umgeht, der muss sich das als Erwachsener erst sehr mühsam erarbeiten.
            Viele Grüße
            Jenni

  7. I like your suggestions. A lot of the billionaire class in the United States is taking part in The Giving Pledge to give away half of their wealth to charities (Bill Gates, Warren Buffet, etc.).

    Of course this is probably just some tax ploy to avoid taxes haha.

    1. I think that once you have that much, „half of it“ becomes a completely meaningless amount. In the US, taxes for the rich are so low that there probably is not even a real incentive for evasion but you never know!

  8. Insbesondere die Erbfälle unter Geschwistern und nichtehelichen Nachkommen finde ich problematisch und bedürfen meiner Meinung nach der Überarbeitung.

    Ich kann verstehen, wenn Menschen ihr Geld erst einmal zusammenhalten wollen, weil sie nicht wissen, was die Zukunft bringt. So habe ich das auch gemacht. Doch nun, mit fast 60, kann ich schon etwas einschätzen, wieviel Geld ich in Zukunft, d.h. bis zu meinem Lebensende, brauchen oder haben will. Das „Brauchen“ war relativ einfach einzuschätzen, viel mehr Gedanken habe ich mir um das „Habenwollen“ gemacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich im Alter nicht kostspielig reisen will, keinen Porsche kaufen will und im eigenen Haus wohne ich schon lange. Daher nutze ich in Kürze das Modell „Schenkung“ und hoffe, dass ich noch länger als 10 Jahre lebe und meine Tochter dann keine Erbschaftssteuer zahlen muss. Zumal sie das Geld im Moment nötiger braucht als ich.

    1. Das finde ich wirklich super! Ich würde mir wünschen, mehr Menschen würden so handeln. Wer mit 60 anfängt, sein Vermögen zu übertragen, kann oft sogar 2 Mal steuerfrei schenken vor dem Erbe. Genutzt wird diese Möglichkeit heute aber kaum. Dabei sind wahrscheinlich viele in einer ähnlichen Lage wie du: man kann dann doch ganz gut die Zukunft abschätzen.
      Viele Grüße
      Jenni

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